Haftbefehl Falk soll Vermögen offen legen

Der wegen Betrugs angeklagte einstige Internetstar Alexander Falk kämpft um die Entlassung aus der U-Haft. Entschieden wird Ende nächster Woche. Im Streit mit den Nachlassverwaltern von Energis droht dem Stadtplan-Erben die baldige Offenlegung seiner Besitzverhältnisse.

Hamburg - Das Tauziehen um die Freilassung des Verlagserben Alexander Haft aus der U-Haft geht weiter. "Eine Entscheidung wird erst im Verlaufe der nächsten Woche gefällt, sehr wahrscheinlich nicht vor Donnerstag" sagte ein Sprecher des Hamburger Landgerichts am Freitag gegenüber manager-magazin.de.

Unterdessen war bekannt geworden, dass noch ein weiterer Haftbefehl gegen den 35-Jährigen vorliegt. Nach Informationen des "Hamburger Abendblatts" sei dieser ein Zwischenergebnis des zivilrechtlichen Streits, der parallel zu dem strafrechtlichen Verfahren läuft. Der Multimillionär weigert sich bislang, seine Vermögensverhältnisse in einer eidesstattlichen Versicherung offen zu legen. Der Gerichtspressesprecher bestätigte gegenüber manager-magazin.de., dass ein zweiter Haftbefehl vorliegt.

Hintergrund: Die Staatsanwaltschaft wirft Falk schweren Betrug vor. Der Ex-Internetunternehmer soll durch Scheingeschäfte den Wert seiner Internet-Firma Ision in die Höhe getrieben haben, um sie für 812 Millionen Euro an das britische Unternehmen Energis zu verkaufen. Der tatsächliche Wert der Firma soll weit darunter gelegen haben. Beide Firmen sind mittlerweile insolvent.

Die Nachlassverwalter von Energis, Rechtsanwälte der Kanzlei Clifford Chance, sind derzeit bemüht, Schadensersatz in Millionenhöhe von Falk zu bekommen. Teilerfolge haben sie bereits erzielt. Zuletzt bestätigte eine Zivilkammer einen Arrest über 30 Millionen Euro gegen Falk. Das bezeichnete Energis-Anwalt Sebastian Rakob als "entscheidenden Schritt". Insgesamt geht es um 763 Millionen Euro.

Der Gerichtspressesprecher wies in dem Zusammenhang mit dem zivilrechtlichen Haftbefehl daraufhin, dass es nur um eine Offenlegung des Vermögens von Falk geht. "In der Regel gibt der Schuldner in dieser Situation die Erklärung über seine Besitzverhältnisse ab." Viel entscheidender über den Ausgang des Verfahrens sei aber, wie das Gericht in Zusammenhang mit dem Antrag der Freilassung urteilt.