Sonntag, 15. Dezember 2019

Teamarbeit Gute Stimmung im All

Fast ein halbes Jahr arbeitete der deutsche Astronaut Thomas Reiter auf der russischen Raumstation "Mir". Auf seiner Mission halfen ihm Tugenden, die auch für Manager wichtig sind: Motivation, Teamgeist und die Fähigkeit zu improvisieren.

Hamburg - Wie können Menschen unter schwierigen Bedingungen im Team Höchstleistungen erbringen? Die Antwort auf diese Frage ist für Manager wichtig - und für Astronauten. Der deutsche Raumfahrer Thomas Reiter beschreibt im Gespräch mit dem aktuellen Harvard Businessmanager, wie er ein halbes Jahr auf der russischen Raumstation "Mir" gearbeitet hat.

 Arbeit am Boden: Reiter in einem Modell des "Columbus"-Moduls für die Raumstation ISS
Simone Thürnau
Arbeit am Boden:
Reiter in einem Modell des "Columbus"-Moduls für die Raumstation ISS
Reiter und seine Kollegen, eine internationale Gruppe von Spezialisten, waren eingepfercht auf engstem Raum und vor dem lebensfeindlichen Vakuum nur durch eine dünne Wand geschützt. Mit einer Dauer von 179 Tagen war dies die bislang längste bemannte Weltraummission der European Space Agency (ESA).

Reiter berichtet, wie er sich jahrelang auf den Flug zur "Mir" vorbereitet und sich dabei motiviert hat. Während der Mission war immer wieder sein Improvisationstalent gefordert, weil die Besatzung mit Pannen auf der Raumstation zu kämpfen hatte. Dank des guten Teamgeistes an Bord verlief die Zusammenarbeit mit den beiden russischen Kosmonauten Yuri Gidzenko und Sergej Avdev aus Reiters Sicht weitgehend reibungslos.

Derzeit arbeitet Reiter am Bau des europäischen Moduls "Columbus" mit, das in Bremen beim Raumfahrtkonzern Astrium entsteht. Sobald das Modul an die Internationale Raumstation ISS angekoppelt ist, soll Reiter es in Betrieb nehmen und erste Experimente durchführen. Das wird voraussichtlich Mitte bis Ende 2006 der Fall sein.

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