Kenneth Lay Lebenslange Haft droht

Der Ex-Vorstandschef von Enron, Kenneth Lay, fühlt sich nicht schuldig am Zusammenbruch des einstigen Energieriesen. Vorläufig bleibt er auf freiem Fuß. Ihm drohen aber bis zu 175 Jahre Gefängnis und Millionen Dollar Geldstrafe.

Houston - Der ehemalige Vorstandschef des amerikanischen Energieriesen Enron, Kenneth Lay, hat vor Gericht alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe abgestritten. "Nicht schuldig, Euer Ehren", sagte Lay am Donnerstag in einer Anhörung. Der 62-Jährige hatte sich am Donnerstag dem FBI gestellt, nachdem Anklage gegen ihn erhoben worden war. Gegen Zahlung einer Kaution von 500.000 Dollar wurde er nach der Anhörung freigelassen.

Lay werden nach Angaben von Andrew Weissmann, dem Leiter der Enron-Untersuchungskommission, elf Fälle von Wertpapier- und Bankbetrug, Verschwörung sowie andere strafrechtliche Vergehen vorgeworfen. Ihm drohen im Falle eines Schuldspruchs in allen Klagepunkten 175 Jahre Gefängnis und Dutzende von Millionen Dollar an Geldstrafe, erklärte Weissmann am Donnerstag in Houston auf einer Pressekonferenz.

Die US-Wertpapieraufsicht SEC erhob gegen den Enron-Gründer zudem zivilrechtlich Vorwürfe. Nach Angaben der Behörde hat Lay angeblich Finanzresultate gefälscht und falsche Stellungnahmen über die Enron-Geschäfte und Finanzkonditionen gemacht. Der frühere Konzernchef habe durch den Verkauf von Aktien zu Preisen profitiert, die nicht ihren echten Wert widerspiegelten. So habe er im Jahr 2001 mehr als 90 Millionen Dollar illegale Einkünfte verbucht