Klaus Kleinfeld Der Kronprinz

Spätestens als Klaus Kleinfeld Anfang dieses Jahres die schwächelnde Sparte Information und Kommunikation übernahm, wurde er als Kronprinz des Konzernchefs gehandelt. Nun schafft er den Sprung an die Spitze. Ein Porträt.

München - Als Marathonläufer dürfte der künftige Siemens- Chef Klaus Kleinfeld die nötige Ausdauer für einen der wichtigsten Posten in der deutschen Wirtschaft mitbringen. Beim letzten New-York-Marathon erzielte der 46-Jährige eine Zeit von deutlich unter fünf Stunden, für einen Hobbyläufer ein beachtliches Ergebnis. Auch bei seiner Siemens-Karriere legte Kleinfeld ein hohes Tempo vor.

Der gebürtige Bremer hatte Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik an der Georg-August-Universität Göttingen studiert. Anschließend promovierte er zum Dr. rer. pol. an der Universität Würzburg. Seine berufliche Karriere startete er am Institut der Stiftung für empirische Sozialforschung in Nürnberg. Nach einem kurzen Gastspiel bei Ciba-Geigy in der Schweiz wechselte er 1987 als Referent in den Vertriebsbereich von Siemens .

Schnell stieg er auf und wurde 1995 Leiter der Siemens-Unternehmensberatung. Zudem entwickelte er das strategische Unternehmensprogramm "top plus" zur Ertragsverbesserung. 1998 wechselte der Manager in den Bereich Medizintechnik, in dem er zwei Jahre später Bereichsvorstand wurde.

Ein wichtiger Karrieresprung war 2001 Kleinfelds Wechsel in die USA. Als er die Verantwortung für das US-Geschäft für Siemens übernahm, schrieben 24 der knapp 100 Firmenteile rote Zahlen. Mit einem radikalen Sparprogramm - allein 10.000 Mitarbeiter mussten gehen - schaffte er es, den Gesamtverlust von rund 600 Millionen Euro in einen Profit in etwa gleicher Höhe in 2002 zu verwandeln.

Spätestens als Kleinfeld Anfang dieses Jahres die Verantwortung für das wichtige Arbeitsgebiet Information und Kommunikation übernahm, wurde er als Kronprinz von Konzernchef Heinrich von Pierer gehandelt.

Kleinfelds Stärke sei unter anderem, so ein Unternehmenskenner, ein Team-Spieler zu sein, dessen Motto lautete: "Nobody is perfect, but a team can be" (Niemand ist perfekt, aber ein Team kann es sein). Als guter Kommunikator habe er sich im Konzern viel Ansehen erworben. Der Vater von zwei Töchtern ist stark in sozialen Projekten engagiert.