Sainsbury Unsensibler Chairman geschasst

Eigentlich wollte Peter Davis noch einige Jahre den Aufsichtsrat von Großbritanniens drittgrößtem Supermarktkonzern anführen. Doch den ehemaligen CEO von Sainsbury holte jetzt die Vergangenheit ein.

London - Bei dem britischen Handelskonzern Sainsbury  rumort es gewaltig. Vorläufiger Höhepunkt der Auseinandersetzung ist jetzt der Abgang des Chairman Sir Peter Davis, der Großbritanniens drittgrößter Supermarkt-Betreiber nach nur drei Monaten im Amt wieder verlässt. Sein Nachfolger wird der externe Manager Philip Hampton, der zuvor Finanzchef bei der Londoner Großbank Lloyds TSB  sowie British Telecom  tätig war.

Namhafte Investoren machen Davis, der lange Jahre den Konzern als CEO führte, für den Gewinnverfall und die deutliche Minderung von Marktanteilen in Großbritannien verantwortlich. So gab Sainsbury unter der Ägide von Davis seine Marktführerschaft an den härtesten Rivalen, Tesco , ab.

Endgültig hatte Davis seinen Amtsbonus verspielt, als er sich im vergangenen Geschäftsjahr einen Erfolgshonorar von 2,5 Millionen Pfund (3,7 Milliarden Euro) genehmigte. Im gleichen Zeitraum rutschte der Jahresüberschuss des Supermarktbetreibers von 454 Millionen auf 396 Millionen Pfund ab.

Aktionäre von Sainsbury reagierten geharnischt, sie forderten Davis öffentlich auf, den Löwenanteil des Honorars zurückzuzahlen oder an gemeinnützige Projekte zu überweisen. Um diese Erfahrung reicher, reagierte Sainsbury beim Neuzugang von Davis-Nachfolger Hampton sensibel: Vorsorglich gab Sainsbury das Gehalt von Hampton an: Er soll ein jährliches Fixum von 395.000 Pfund erhalten.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.