Fraspa Zwei neue Vorstände berufen

Der Verwaltungsrat der Frankfurter Sparkasse (Fraspa) hat die nach der Freistellung der Vorstände Andreas Goßmann und Roland Hemmerich entstandene Lücke gefüllt und zwei neue Vorstände berufen.

Frankfurt - Die Frankfurter Sparkasse hat nach dem andauernden Personalchaos im Vorstand zwei neue Mitglieder benannt. Wie die Fraspa im Anschluss an die Verwaltungsratssitzung am Mittwoch mitteilte, wurden Herbert Pfennig und Georg Stocker vorbehaltlich der Genehmigung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu ordentlichen Vorständen berufen.

Pfennig war bislang Mitglied der Geschäftsleitung Südwestdeutschland der Dresdner Bank AG, während Stocker von der DekaBank kommt. Pfennig übernimmt den Angaben zufolge "nach dem Ausscheiden aus seiner bisherigen Tätigkeit" bei der Fraspa die Verantwortung für den Marktbereich Firmenkunden. Die Aufgaben im Marktfolgebereich Firmenkunden werden ab 1. August dieses Jahres von Stocker wahrgenommen.

Verwaltungsratsvorsitzender Paul Wieandt zeigte sich mit den Personalentscheidungen zufrieden. Die Fraspa habe zwei mittelstandserfahrene Manager gewonnen, die den Konsolidierungskurs im Firmenkundengeschäft fortsetzen sollen. Das Institut ist nach Wertung Wieandts damit gerüstet, die positive Entwicklung der vergangenen Monate fortzusetzen.

Strategie bleibt unklar

Über die Zukunft der beiden freigestellten Vorstände Andreas Goßmann und Roland Hemmerich wurden keine Angaben gemacht. Gegen Goßmann und Hemmerich läuft ein Abberufungsverfahren der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Die Banker sollen den Wirtschaftsprüfern wichtige Angaben über Kreditrisiken vorenthalten haben. Zuvor hatte ein neu ernannter Vorstandssprecher bereits nach einem Monat sein Amt wieder aufgegeben. Einen neuen Sprecher des Gremiums gibt es nach Angaben der Fraspa nach wie vor nicht.

Die zukünftige Geschäftsstrategie der Fraspa bleibt trotz der Personalien im Unklaren. Die Investmentbank Goldman Sachs, die mit der Erarbeitung eines Konzeptes zur langfristigen Weiterentwicklung des Kreditinstituts beauftragt wurde, sollte bis zum Mittwoch erste gemeinsame Arbeitsergebnisse vorlegen. "Der Bericht verzögert sich", sagte ein Fraspa-Sprecher. In der Diskussion ist unter anderem ein Holding-Modell mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Die Sparkasse hatte 2003 einen Verlust nach Bewertung von 130,3 Millionen Euro verbucht. In diesem Jahr wird ein ausgeglichenes Ergebnis angepeilt. Träger der Sparkasse sind mit 60 Prozent der Stimmrechte die Polytechnische Gesellschaft, ein Verein honoriger Bürger, und die Stadt Frankfurt (40 Prozent). Die Fraspa gehört zu den sieben freien Sparkassen in Deutschland, die nicht kommunal gebunden sind.