WHU-Studie Die Zukunft des Shareholder-Value

Shareholder-Value - kaum ein Begriff ist umstrittener, wenn es um das Thema Unternehmensführung geht. Hat deshalb auch das dahinter liegende Konzept der wertorientierten Unternehmenssteuerung ausgedient? Eine WHU-Studie gibt Antworten.
Von Lothar Kuhn

Hamburg - Auch wenn das Shareholder-Value-Konzept umstritten ist, halten deutsche Führungskräfte doch an dieser Art der Unternehmensführung fest. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter 37 Experten aus Dax-Unternehmen, großen Kapitalanlagegesellschaften, Hochschulen und Beratungen.

Durchgeführt wurde die Analyse von Jürgen Weber, Professor für Controlling und Telekommunikation an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Vallendar bei Koblenz. Die detaillierten Ergebnisse der werden exklusiv in der aktuellen Ausgabe 7/2004 des Harvard Businessmanager  veröffentlicht.

Hinter dem Schlagwort Shareholder-Value steckt der Ansatz einer wertorientierten Unternehmenssteuerung, bei der das Management alles daransetzt, den Firmenwert permanent zu steigern. Zahlreiche der befragten Experten sind der Ansicht, dass nur wenige deutsche Unternehmen wirklich konsequent wertorientiert handeln. Einige bezeichnen die Bejahung der Wertorientierung durch deutsche Unternehmen sogar als bloßes Lippenbekenntnis.

Kontrovers äußerten sich die Interviewten darüber, wie ideale Vergütungssysteme für Manager aussehen. Die befragten Analysten, Professoren und Berater sind der Meinung, dass sich die Gehälter an der Wertsteigerung orientieren sollten. Sinke der Wert des Unternehmens, müssten die Manager eine Kürzung ihrer Vergütung akzeptieren. Das sei jedoch selten der Fall, kritisieren sie. Dagegen warnen die interviewten Unternehmensvertreter davor, die variable Vergütung des Topmanagements stärker an die Wertsteigerung oder sogar an die Wertvernichtung zu koppeln.

Um die gesellschaftliche Akzeptanz der Wertorientierung machen sich die Fachleute wenig Sorgen. Diese sei inzwischen grundsätzlich gegeben. Zwar käme im Zusammenhang mit der Ausgestaltung von Vergütungssystemen, Unternehmenskäufen und -fusionen sowie der Entlassung von Mitarbeitern gelegentlich Kritik auf. Dies seien aber kurzzeitige Diskussionen, die keinen maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Wertorientierung hätten.

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