Adlon-Affäre Strafgeld um die Hälfte gedrückt

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat das Verfahren gegen Ernst Welteke eingestellt. Mit der Überweisung von 25.000 Euro an eine gemeinnützige Organisation ist der Ex-Bundesbankpräsident aus dem Schneider.

Frankfurt - Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen den früheren Bundesbank-Präsidenten Ernst Welteke eingestellt.

Welteke werde 25.000 Euro an eine gemeinnützige Organisation bezahlen, sagte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa.

Das Verfahren werde zunächst vorläufig eingestellt, erklärte der Sprecher. Erst wenn Welteke die Geldbuße überwiesen habe, werde der Fall endgültig zu den Akten gelegt. Die Anwälte Weltekes betonten, dass mit der Geldauflage "nicht die Feststellung eines strafbaren Verhaltens verbunden ist".

Vor einigen Tagen hatte die "Welt am Sonntag" berichtet, dass der Ex-Bundesbankpräsident mit der Frankfurter Staatsanwaltschaft um die Höhe der Geldsumme pokert. Die Vorstellungen der Staatsanwaltschaft lägen bei etwa 50.000 Euro. "Ein solcher Betrag ist aber viel zu hoch und kommt deshalb für uns nicht in Betracht", sagte Weltekes Anwalt Rainer Hamm der Zeitung.

Die Staatsanwaltschaft hatte gegen Welteke wegen des Verdachts auf Vorteilsnahme ermittelt, weil er einen Aufenthalt zu Silvester 2001 im Berliner Hotel Adlon von der Dresdner Bank bezahlen ließ. Die Kosten dafür beliefen sich auf 7660 Euro.

Welteke war Silvester 2001 auf Einladung der Dresdner Bank Gast bei einer Euro-Einführungsparty in Berlin. Dabei hatte die Bank Kosten von etwa 7600 Euro für eine mehrtägige Unterbringung von Welteke und Familienmitgliedern im Hotel Adlon übernommen.

Nachdem dies Anfang April bekannt geworden war, hatte Welteke die Einladung zunächst verteidigt, von einer Kampagne gesprochen und einen Rücktritt abgelehnt. So fragte er zum Beispiel öffentlich: "Soll ich das selber bezahlen?" Nachdem die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Welteke aufgenommen hatte, hatte er sein Amt ruhen lassen. Am 16. April war er dann zurückgetreten, nachdem die Bundesregierung wiederholt diesen Schritt indirekt gefordert hatte. Nachfolger Weltekes ist der Wirtschaftsexperte Axel Weber.

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