Mannesmann-Prozess Ackermanns Anwalt verunglückt - Prozesstag abgesagt

Auf der Autobahn bei Koblenz verunglückte Eberhard Kempf, der den Deutsche-Bank-Chef im Mannesmann-Prozess verteidigt, schwer. Als Unfallursache wurde gegenüber manager-magazin.de am Mittwochabend ein technischer Defekt genannt. Aufgrund des Unfalls sagte Richterin Brigitte Koppenhöfer den heutigen Prozesstag ab.
Von Christian Buchholz

Düsseldorf - Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann erfuhr als einer der ersten von dem Unglück: Sein Anwalt im Prozess um die Abfindungs-Millionen bei der Mannesmann-Übernahme hatte einen schweren Autounfall erlitten. Die Ursache soll, so hieß es gegenüber manager-magazin.de, ein geplatzter Reifen gewesen sein.

Am Donnerstagmorgen beendete die Vorsitzende Richterin Brigitte Koppenhöfer den Prozesstag mit Hinweis auf Kempfs Unfall vorläufig. Die Staatsanwaltschaft soll den zweiten Teil des Schlussplädoyers nun am 30. Juni halten.

Um 16 Uhr am Mittwoch hatte sich Ackermann noch per Handschlag von Eberhard Kempf verabschiedet - sieben Stunden hatten die beiden nebeneinander im Gerichtssaal "L 111" des Düsseldorfer Landgerichts gesessen. Kempf hatte an diesem Tag keinen eigenen Wortbeitrag - die Staatsanwälte verlasen ihre Schlussplädoyers. Der grundsätzlich ausgeglichen und ruhig auftretende Kempf hatte im Gerichtssaal in den Verhandlungspausen noch mit anderen Anwälten gescherzt, war offenbar guter Laune.

Nach dem Prozess war Kempf nicht nach Frankfurt gefahren, wo er wohnt, sondern wollte einen Termin in Koblenz wahrnehmen. Der renommierte Jurist ließ sich chauffieren. Der Fahrer erlitt keine Verletzungen.

Nach 19 Uhr platzte an Kempfs Limousine ein Reifen. Den Angaben zufolge schleuderte das Auto daraufhin zwei Mal über die komplette Fahrbahnbreite, bevor es eine Böschung herabstürzte. Dabei soll Kempf Prellungen und Schürfwunden erlitten haben, aber nach einer ersten Diagnose keine inneren Verletzungen. Die Untersuchungen fanden im dem Unfallort nächstgelegenen Krankenhaus Koblenz statt, wo Kempf stationär aufgenommen wurde.

Demnächst soll Kempf in Düsseldorf sein Schlussplädoyer für den Angeklagten Ackermann halten. Die Verletzungen sollen angeblich nicht so schwer sein, dass Kempf bis zu diesem Termin verhindert wäre.

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