WestLB Aufsichtsratschef Lüthje geht

Der Chef des Kontrollgremiums, Bernd Lüthje, will sein Amt niederlegen. Bei der Hauptversammlung der WestLB Anfang nächster Woche könnte es zu einer Kampfabstimmung zwischen den Nachfolgekandidaten kommen.

Hamburg - Die NRW-Bank, deren Vorstandschef Lüthje ist, teilte am Mittwochabend mit, im Zuge der strikten Ausrichtung der NRW-Bank als Struktur- und Förderbank und der neuen Eigentümerstrukturen beider Institute werde nun auch deren personelle Trennung vollzogen.

Lüthje erklärte: "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die personellen Verflechtungen zwischen den beiden Häusern aufzulösen". Er habe sich daher entschlossen, sein Aufsichtsratsmandat bei der WestLB nach der Hauptversammlung am 29. Juni niederzulegen und sich auf die Aufgaben bei der NRW-Bank zu konzentrieren.

Die NRW-Bank gehört dem Land Nordrhein-Westfalen und den Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe. Die Sparkassenverbände scheiden Ende Juni aus dem Eigentümerkreis der NRW-Bank aus und beteiligen sich direkt an der WestLB.

"Wir haben den Neuanfang geschafft"

Lüthje hat als oberster Kontrolleur der WestLB zwei turbulente Jahre hinter sich, in denen die Bank rote Zahlen geschrieben und zwei Vorstandschefs verschlissen hatte. Seit Januar leitet Thomas Fischer die WestLB.

"Wir haben den Neuanfang geschafft, wir haben Herrn Fischer gefunden und den Vorstand ausgetauscht. Die Krise der WestLB ist vorbei", sagte Lüthje kürzlich gegenüber der "Financial Times Deutschland" und fügte an: "Ich musste im vergangenen Jahr die Grenzen meines Amtes verlassen und beinahe Vorstandsarbeit machen."

Als Nachfolger für Lüthje wird unter anderem der Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Köln, Gustav-Adolf Schröder kandidieren. Bei der Hauptversammlung der WestLB am Dienstag könnte es indes zu einer Kampfabstimmung kommen. Dem Informationsdienst "Czerwensky intern" zufolge hat auch der Präsident des Westfälisch-Lippischen Sparkassen und Giroverbandes, Rolf Gerlach, Interesse an dem Posten signalisiert.