Fraspa Das Vorstands-Chaos geht weiter

Das Frankfurter Kreditinstitut arbeitet mit halber Kraft. Nach der Freistellung der beiden Vorstände Andreas Goßmann und Roland Hemmerich besteht das Führungsgremium nur noch aus zwei Mitgliedern. Spekulationen über einen neuen Vorstandssprecher wies die Fraspa entschieden zurück.

Frankfurt/Main - Das Chaos im Vorstand der Frankfurter Sparkasse (Fraspa) geht weiter. Der Verwaltungsrat traf am Dienstagabend keine Entscheidung über die Zukunft der beiden Vorstandsmitglieder Andreas Goßmann und Roland Hemmerich, teilte die Sparkasse von 1822 am Mittwoch mit.

Die beiden Spitzenmanager blieben weiterhin von ihren Aufgaben freigestellt. Ihnen droht die Amtsenthebung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Das Amt hatte ein Abberufungsverfahren gegen die beiden Führungskräfte eingeleitet, weil sie im vergangenen Jahr den Wirtschaftsprüfern wichtige Angaben über Kreditrisiken vorenthalten haben sollen. Ihnen wird vorgeworfen, die finanzielle Lage der Sparkasse verschleiert zu haben. Die Bank hatte 2003 ein Betriebsergebnis nach Bewertung von minus 130,3 Millionen Euro verbucht.

Entscheidung offen

Nach Angaben der Bank haben die beiden Vorstände sich inzwischen schriftlich zu den Vorwürfen der Bankenaufsicht geäußert. Diese Stellungnahme liege der BaFin vor. "Der Verwaltungsrat sieht sich nicht in der Lage, den Sachverhalt abschließend zu beurteilen", teilte das Kreditinstitut mit.

Der Vorsitzende des Aufsichtsratsgremiums, Paul Wieandt, solle sich deshalb mit der Bankenaufsicht in Verbindung setzen. Beobachter gehen aber nicht von einer Rehabilitierung Goßmanns aus, selbst wenn er durch eine anstehende Anhörung der BaFin entlastet werden sollte.

Die Sparkasse wird vorläufig von einem Rumpf-Vorstand aus zwei Mitgliedern geführt. Der Posten des Vorstandssprechers ist weiterhin vakant.

Die Bank wies Zeitungsberichte zurück, sie sei auf der Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern. "Die Spekulationen über eine Berufung von Robert Restani zum Sprecher des Vorstands der Fraspa entbehrt jeder Grundlage", sagte Fraspa-Verwaltungsratsvorsitzender Paul Wieandt. Er habe mit Restani weder Gespräche geführt, noch die Absicht, mit ihm über eine Funktion im Vorstand der Sparkasse zu sprechen. Der 46-jährige Restani gilt als erfahrener Banker und arbeitete unter anderem bei der Deutschen Bank, der Taunus-Sparkasse und der WestLB.

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