Friedrich Hennemann Das Wasser steht bis zum Hals

Friedrich Hennemann, ehemals Chef der Vulkan-Werft, steht zur Zeit in Bremen vor Gericht. Ihm wird Steuerhinterziehung in Höhe von 400.000 Euro vorgeworfen. Der Manager verweigert jedoch die Aussage.

Bremen - Wegen Steuerhinterziehung muss sich Ex-Vulkan-Chef Friedrich Hennemann seit Mittwoch vor dem Amtsgericht Bremen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 68-Jährigen vor, Einkommens- und Vermögenssteuer in Höhe von mehr als 400.000 Euro hinterzogen zu haben. Hennemann verweigerte die Aussage. Das Urteil wird für Freitag erwartet.

Nach Ansicht von Staatsanwalt Burkhard Quick gab Hennemann Anfang der 90er Jahre beim Finanzamt Kapitalerträge in Höhe von rund 700.000 Euro nicht an. Zudem habe er ein Kapitalvermögen in Höhe von fast fünf Millionen Euro verschwiegen.

Die Ermittler waren Hennemann auf die Spur gekommen, als im Zuge des Vorwurfes des Subventionsbetrugs bei der Vulkan-Werft Haus und Büroräume des Beschuldigten durchsucht wurden. Dabei wurde eine von ihm handschriftlich gefertigte Aufstellung über sein Vermögen in Höhe von mehr als fünf Millionen Euro gefunden. Zudem wurden Unterlagen von Konten in Luxemburg, der Schweiz und Deutschland sichergestellt.

Zu Beginn der Verhandlung sagte eine Steuerfahndungsbeamtin, im Juli 1990 seien vermutlich etwa drei Millionen Euro vom Bremer Vulkan-Konto über ein Konto eines Bremer Rechtsanwalts auf ein Konto Hennemanns in Luxemburg gegangen.

Hennemann muss sich demnächst auch noch einmal wegen Subventionsbetruges bei der Vulkan-Werft vor dem Landgericht Bremen verantworten. Der Bundesgerichtshof in Leipzig hatte im Mai das frühere Urteil gegen ihn und zwei weitere ehemalige Chefs des 1996 in Konkurs gegangenen Bremer Werften-Verbundes aufgehoben.

In erster Instanz waren die drei Manager im Dezember 2001 wegen Untreue zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Die Manager sollen Fördermittel von damals rund 854 Millionen Mark (knapp 437 Millionen Euro) rechtswidrig im Gesamtkonzern eingesetzt haben. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung waren in Revision gegangen.

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