WestLB Fischer wird Verbandsfürst

Der Lenker der WestLB, Thomas Fischer, gewinnt an Einfluss. Ende des Jahres wird er aller Voraussicht nach Hans Dietmar Sauer als Präsident des Verbandes öffentlicher Banken (VÖB) ablösen.

Hamburg - "Thomas Fischer steht zur Verfügung" sagte ein Pressesprecher der WestLB gegenüber manager-magazin. de und bestätigte damit einen Bericht des Branchendienstes Platow-Brief.

Schon länger war über die Ablösung des amtierenden VÖB-Präsidenten Hans Dietmar Sauer durch den WestLB-Chef spekuliert worden. Am gestrigen Donnerstag nominierte der VÖB-Vorstand Fischer nun als einzigen Kandidaten für die Nachfolge von Sauer. Offiziell soll Fischer auf der Mitgliederversammlung am 28. Oktober ernannt werden.

Auch Stephan Rabe, Pressesprecher des VÖB, bestätigte gegenüber mm.de, dass Fischer für das Amt vorgeschlagen sei. "Ich kann mir vorstellen, dass sich Fischer kämpferisch für den Verband einsetzt", meint Rabe. Gleichzeitig erhofft sich der Verband "Präsenz in der Öffentlichkeit", denn "von der Prominenz her sticht Fischer hervor".

Aktiver Banker gefragt

Der Vertrag des amtierenden Präsidenten und LBBW-Chefs Sauer läuft Ende des Jahres aus. Weil die Statuten des VÖB aber vorsehen, dass ein aktiver Banker das Amt des Präsidenten innehat, wird der Wechsel an der Verbandsspitze notwendig.

Sauer hatte in der Vergangenheit stets einen kämpferischen Kurs vertreten. So bezeichnete er die Idee einer Fusion aller vier deutschen Großbanken kürzlich als ein Zeichen von "hinterwäldlerischem Egoismus". Außerdem forderte Sauer die Privatbanken auf, ihre Kritik an der Existenz öffentlicher Banken einzustellen. Die mittelständisch geprägte deutsche Wirtschaft brauche starke regional und lokal aufgestellte öffentliche Banken, damit die Versorgung mit Krediten sichergestellt sei.

Dem VÖB gehören Landesbanken und weitere öffentliche Banken an.

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