Fiat Ein Sanierer als Retter

Einer der letzten Wünsche des kürzlich verstorbenen Fiat-Chefs Umberto Agnelli wurde erfüllt: der italienisch-kanadische Industrie-Manager und Sanierer Sergio Marchionne ist zum neuen Vorstandschef des Turiner Konzerns ernannt worden.

Turin - Der italienisch-kanadische Industrie-Manager Sergio Marchionne ist am Dienstag zum neuen Vorstandschef des Turiner Fiat-Konzerns  ernannt worden. Der 52-Jährige tritt die Nachfolge von Giuseppe Morchio an, der am Wochenende überraschend von seinem Amt zurückgetreten war.

Die Nominierung sei bei einer Verwaltungsratssitzung in Turin beschlossen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Zusammen mit dem neuen Fiat-Präsidenten Luca Cordero di Montezemolo, der nach dem plötzlichen Tod von Umberto Agnelli dessen Nachfolge antritt, soll der Jurist die Finanzen der Gruppe wieder in Ordnung bringen. Agnelli selbst habe Marchionne vor geraumer Zeit als zukünftigen Vorstandschef vorgeschlagen, berichtete die Zeitung "La Repubblica".

Marchionne hat italienische Ursprünge, wuchs jedoch in Kanada auf und hat die doppelte Staatsbürgerschaft. Er studierte in Toronto Jura und machte im kanadischen Windsor seinen Master in Business Administration. Seit 1997 fungierte er fünf Jahre lang als Geschäftsführer beim Schweizer Chemiekonzern Lonza.

Der als Sanierer bekannte Manager arbeitete bereits in der Vergangenheit als unabhängiger Berater für Fiat. Anfang 2002 wurde er zum Vorstandsvorsitzenden des Genfer Warenprüfungskonzern SGS (Société Générale de Surveillance)berufen. Unter seiner Führung machte SGS innerhalb kürzester Zeit beachtliche Fortschritte und fand aus der Krise. Bei SGS wurde heute Werner Pluss zum Nachfolger von Marchionne ernannt.

Italienische Medien bezeichneten den geschickten Sanierer Marchionne als "charismatischen, anspruchsvollen und harten Supermanager für Industrie und Finanzen". Bei Fiat wird es nun seine Aufgabe sein, den vom bisherigen Vorstandschef Giuseppe Morchio ausgearbeiteten Sanierungsplan weiter in die Tat umzusetzen. Er wird Seite an Seite mit dem neuen Fiat-Präsidenten Luca Cordero di Montezemolo arbeiten.