Fiat Ferrari-Chef tritt das Erbe an

Luca Cordero di Montezemolo ist zum Präsidenten des italienischen Industrie- und Autokonzerns Fiat ernannt worden. Er folgt auf Umberto Agnelli, der am Donnerstag in Folge eines Krebsleidens gestorben war.

Turin - Vize-Präsident werde John Elklam, der 28-jährige Enkelsohn des ehemaligen Fiat-Chefs Gianni Agnelli, teilte das Unternehmen am Sonntagabend in Turin weiter mit. Der Geschäftsführer des Konzerns, Giuseppe Morchio, der in Branchenkreisen als Nachfolger von Umberto Agnelli gehandelt worden war, sei zurückgetreten.

Der 1947 geborene Montezemolo gestaltet seit Beginn der 1970er Jahre den italienischen Autorennsport maßgeblich mit. Als Präsident und leitender Manager von Ferrari führte Montezemolo das italienische Formel-1-Team, damals mit Niki Lauda, in den vergangenen Jahren mit Michael Schumacher, zur Weltmeisterschaft. Der sowohl in Wirtschafts- wie auch politischen Kreisen sehr respektierte Jurist wurde vor kurzem zum Chef des italienischen Industrieverbandes Confindustria gewählt.

2005 will Fiat wieder Gewinne schreiben

Analysten zufolge wird es nun dem neuen Fiat-Chef ankommen, die Sanierung des Unternehmens voranzutreiben. Um Fiats Schuldenberg abzutragen und zurück in die Gewinnzone zu führen, musste Fiat sich in den vergangenen zwei Jahren von zahlreichen Geschäftsbereichen trennen. Jetzt strebt das Unternehmen an, 2005 wieder Gewinne zu schreiben. Im ersten Vierteljahr konnte Fiat den operativen Verlust halbieren. Zu Fiat gehören die Automarken Fiat, Ferrari, Maserati, Lancia und Alfa Romeo. Fiat ist heute der größte private Arbeitgeber des Landes mit weltweit mehr als 162.000 Beschäftigten, davon arbeitet rund die Hälfte in Italien.

Der Rücktritt von Morchio kam Analysten zufolge überraschend. Die Fiat-Führung werde am 1. Juni zusammenkommen, um die neue Lage zu erörtern, teilte das Unternehmen mit. Morchio hatte den Posten des Chief Executie Officer (Ceo) im Jahre 2003 übernommen. Damals befand sich der weltweit zehntgrößte Autobauer inmitten der schwersten Krise der Firmengeschichte. Er hatte etwa die Hälfte des Fiat-Managers ausgetauscht. Sein Sanierungsplan wurde bei den Anlegern positiv aufgenommen.