Fiat Umberto Agnelli ist tot

Erst vor gut einem Jahr hatte er die Führung des italienischen Autokonzerns von seinem verstorbenem Bruder Gianni übernommen. Jetzt erlag Umberto Agnelli im Alter von 69 Jahren einem Krebsleiden.

Turin - Fiat-Chef Umberto Agnelli ist in seinem Turiner Haus Turin gestorben. Der 68-Jährige erlag einem Krebsleiden, wie ein Unternehmenssprecher erklärte.

Seine Frau Allegra und seine Kinder Andrea und Anna seien bei ihm gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Apcom. Agnelli sollte am Samstag im Kreis der Familie beigesetzt werden.

Die Erkrankung Agnellis war erst vor einem Monat bekannt geworden. An der Fiat-Aktionärsversammlung am 11. Mai hatte der 69-Jährige wegen seiner Krankheit bereits nicht mehr teilnehmen können. Das letzte Mal war er Ende April in der Öffentlichkeit aufgetreten.

Agnelli hatte die Führung des Unternehmens nach dem Tod seines Bruders Gianni erst im vergangenen Jahr übernommen und das Familienunternehmen aus schweren finanziellen Turbulenzen herausgeführt. Die Familie hatte das Unternehmen vor mehr als 100 Jahren gegründet.

Die Banken haben die Macht übernommen

Mit einem drastischen Sparprogramm und der Rückbesinnung auf das Stammgeschäft Autos, Industriefahrzeuge und Traktoren versuchte die neue Unternehmensführung, Fiat aus der Krise zu steuern.

Noch heute haben die Fiat-Gläubigerbanken eine Option, einen gewährten Kredit über drei Milliarden Euro im kommenden Jahr in Aktien des Unternehmens umzuwandeln. Damit würden sie zur größten Aktionärsgruppe des Konzerns aufsteigen und die von den Agnellis kontrollierte Beteiligungsgesellschaft Ifil ablösen.

Umberto Agnelli war vor einiger Zeit nachgesagt worden, er sei offen für einen Verkauf der Verluste schreibenden Automobilsparte von Fiat.