Fraspa Wieandt wird Verwaltungsratschef

Der Chef der Schmidt Bank, Paul Wieandt, wird Verwaltungsratschef der Fraspa. Wieandt löst den in die Kritik geratenen Jürgen Stüve ab. Auch Rolf Windmöller ist in das Gremium gewählt worden.

Frankfurt - Wie erwartet hat der Verwaltungsrat der Frankfurter Sparkasse (Fraspa) Paul Wieandt zum neuen Vorsitzenden des Kontrollgremiums gewählt. Wieandt ist Chef der Schmidt Bank, die ihr Filialgeschäft erst kürzlich an die Commerzbank  verkauft hat. Bei der Fraspa löst er löst den in die Kritik geratenen Jürgen Stüve ab.

Wieandt sei ebenso wie der Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwalt Rolf Windmöller von den Eigentümern der Bank in einer außerordentlichen Versammlung und ohne Gegenstimme in den Verwaltungsrat gewählt worden, teilte Deutschlands viertgrößte Sparkasse mit. Die Fraspa gehört zu 40 Prozent der Stadt Frankfurt und zu 60 Prozent der Polytechnischen Gesellschaft, einem Zusammenschluss von mehr als 300 Frankfurter Bürgern.

Wieandt und Windmöller sollen ihr Amt sofort antreten und die vakanten Positionen von Klaus Wächter und Peter Ruß besetzen. Der langjährige Fraspa-Chef Wächter war erst vor kurzem in den Verwaltungsrat gewechselt. Ruß legte sein Amt den Angaben zufolge aus beruflichen Gründen nieder.

Kritische Worte vom BaFin

Wächter und der bisherige Verwaltungsratsvorsitzende Stüve waren Anfang des Jahres in die Kritik geraten, nachdem kurz nach dem Rücktritt Wächters vom Chefposten der Bank Ende vergangenen Jahres neue Risiken in den Büchern aufgetaucht waren.

Diese belasteten massiv das Ergebnis für 2003 und konnten nur durch Rücklagen und stille Reserven ausgeglichen werden. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die derzeit die Bücher der Sparkasse prüft, wirft Wächter und Stüve Medienberichten zufolge zudem "kriminelle Energie" vor. Wächter hatte dies stets bestritten, war aber trotzdem von seinem Posten im Verwaltungsrat der Sparkasse zurückgetreten.

Wieandt ist in der Bankenszene kein Unbekannter: Von 1990 bis 1997 führte er die BfG-Bank. Das Bankhaus aus Franken soll das Privatkundengeschäft der Commerzbank  stärken. Der für diesen Bereich zuständige Vorstand bei der Commerzbank ist Martin Blessing, Sohn des ehemaligen Bundesbankpräsidenten Karl Blessing. Martin Blessing wiederum ist mit Wieandts Tochter Dorothee verheiratet und somit Wieands Schwiegersohn.

Auch Dorothee Blessing ist vom Fach: Sie arbeitet als Investmentbankerin bei der Deutschen Bank  und trifft dort regelmäßig auf Verwandtschaft. Ihr Bruder Axel Wieandt verwaltet den Industriebesitz des Frankfurter Institutes.

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