Mittwoch, 18. September 2019

Müller Theo siegt gegen den Rest der Welt

Zehn lange Jahre währte der Kampf, jetzt endlich konnte Theo Müller einen Etappensieg in Sachen Sachsenmilch verbuchen: Ein Gericht verwies die kritischen Kleinaktionäre in ihre Schranken. Die hatten jahrelang gegen den Müller-Milch-Chef geklagt.

Dresden - Der Weg für den Kapitalschnitt bei der Sachsenmilch AG Börsen-Chart zeigen ist frei. Das Amtsgericht Dresden hat die mehr als zehn Jahre durch Klagen von Kleinanlegern blockierte Kapitalherabsetzung bei Sachsenmilch ins Handelsregister eingetragen, berichteten die "Dresdner Neuesten Nachrichten" (DNN) in ihrer Mittwochausgabe.

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Damit ist nun für den Mehrheitsaktionär der Leppersdorfer Gesellschaft, Theo Müller, der Weg frei, das Grundkapital von 75 Millionen Mark (rund 38 Millionen Euro) auf 100.000 Mark (circa 50.000 Euro) abzusenken und 75 alte Aktien zu einer neuen Aktie zusammenzulegen.

Laut "DNN" werden die Kleinaktionäre wahrscheinlich demnächst von der Gesellschaft aufgefordert, ihre Anteile zum Umtausch einzureichen. Diejenigen Aktionäre, die weniger als 75 Aktien besitzen, würden ihre Mitgliedschaft in der AG verlieren und abgefunden. Allein der Zukauf von Aktien mache einen Verbleib bei Sachsenmilch möglich.

Theo Müller, Retter und Geschäftsmann

Der Chef der Interessengemeinschaft der Kleinaktionäre, Hermann Locarek-Junge, hält es aber für unklug, sich auf die Abfindung einzulassen, da sich diese laut Aktiengesetz am amtlichen Börsenkurs der Sachsenmilch-Aktie orientiert. Da Müller mit seiner Dividenden- und Informationspolitik den Börsenkurs der Gesellschaft in den vergangenen Jahren künstlich nach unten gepflegt habe, sei die Aktie deutlich unterbewertet.

Einst war die erste ostdeutsche Aktiengesellschaft ein Sanierungsfall. Doch 1993 kaufte der westdeutsche Milchmillionär Müller über eine Tochterfirma die insolvente Sachsenmilch zum Spottpreis und sanierte sie mit Hilfe von Steuergeschenken und Investitionszulagen.

Der Sachsenmilch-Großaktionär, bundesweit bekannt durch die Marke Müller-Milch, erwirtschaftete mit dem Unternehmen in Leppersdorf bei Dresden hübsche Gewinne. Nicht nur, weil Rekordergebnisse erzielt wurden, sondern auch, weil die Molkerei jahrelang einen höchst lukrativen Verlustvortrag von über 125 Millionen Euro mit sich herumschleppte. Der garantierte Steuerfreiheit.

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