Hall of Fame 2004 Auszeichnung für Würth und von Pierer

Reinhold Würth, der aus einem Schrauben-Großhändler einen Weltkonzern formte, und Heinrich von Pierer, seit 1992 Chef der Siemens AG, sind in die "Hall of Fame" des manager magazins aufgenommen worden.

Hamburg - Zwei herausragende Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft ziehen in die "Hall of Fame" des manager magazins ein: Siemens-Chef Heinrich von Pierer (63) und Reinhold Würth (69), der die Adolf Würth GmbH & Co. KG zu einem globalen Marktführer für Befestigungstechnik ausbaute.

Das manager magazin würdigt mit der Mitgliedschaft in der symbolischen Ruhmeshalle (Motto: "Gegen Mutlosigkeit und Mittelmaß") Frauen und Männer, die sich um die wirtschaftliche, gesellschaftliche und soziale Entwicklung der Bundesrepublik verdient gemacht haben. Jedes Jahr benennt eine hochkarätige Jury zwei neue Laureaten, die mit einer Festveranstaltung im "Schlosshotel Kronberg" im Taunus geehrt werden.

Reinhold Würth sei ein "außergewöhnlicher Unternehmer", der sich zugleich als Mäzen und Philanthrop einen Namen gemacht habe, würdigte Alt-Bundespräsident Roman Herzog vor 150 Spitzenkräften der deutschen Wirtschaft das neue Mitglied der Ruhmeshalle. Würth, so Herzog in seiner Laudatio, sei es gelungen, aus einem kleinen Mittelständler einen Weltkonzern mit rund 5,4 Milliarden Euro Umsatz zu formen.

1954 übernahm Würth die Führung des von seinem Vater gegründeten Unternehmens, das heute als Adolf Würth GmbH & Co. KG firmiert. Ideenreich, mit scharfem Blick für Qualität und Service baute er es stetig aus. Er fiel dabei als progressiver Unternehmer auf, schon früh setzte er auf flexible Arbeitszeiten und moderne Vergütungssysteme. Herzog hob auch das karitative Wirken Würths hervor. Vorbildlich sei zudem Würths Engagement für dessen Heimatregion, das württembergische Franken, unter anderem durch die Stiftung eines Kunstmuseums in Künzelsau.

Für eine "beispielhafte Managementleistung" lobte Peter Sutherland, Chairman von Goldman Sachs und BP, in seiner Laudatio das zweite neue Mitglied der "Hall of Fame". Heinrich von Pierer habe als Vorstandsvorsitzender der Siemens AG  Geradlinigkeit bewiesen. Mit Mut und Beharrlichkeit sei es ihm gelungen, den Siemens-Konzern zusammenzuhalten und zu einer wahren internationalen Größe aufzubauen. Bestechend, so Sutherland, sei dabei von Pierers Gabe, den Dialog mit den Mitarbeitern und deren Vertretungen zu pflegen. Weltweite Achtung erwarb sich der gebürtige Erlanger zudem als Gesprächspartner der Politik, der sich schon früh für mutige Reformen einsetzte.

manager magazin hat mittlerweile 39 Persönlichkeiten in die "Hall of Fame" aufgenommen - Unternehmer, Manager, Gewerkschaftsführer und Politiker, die sich um die deutsche Wirtschaft verdient gemacht haben. Mitglieder sind unter anderen: Josef Neckermann (Neckermann-Versand), Reinhard Mohn (Bertelsmann), Berthold Beitz (Krupp) sowie die früheren Wirtschaftsminister Ludwig Erhard und Karl Schiller.

Laudatio: P. Sutherland über Heinrich v. Pierer Laudatio: Roman Herzog über Reinhold Würth mm-"Hall of Fame": Alle bisherigen Laureaten