Strauß-Prozess Razzia bei Max Strauß und Karlheinz Schreiber

Ermittler haben die Wohn- und Geschäftsräume von Max Strauß und dem Rüstungslobbyisten Karlheinz Schreiber durchsucht. Die Durchsuchungen stehen im Zusammenhang mit dem Steuerhinterziehungs-Prozess gegen Strauß vor dem Augsburger Landgericht und sollen Aufschluss über das Schweizer Tarnkonto "Maxwell" geben.

Augsburg/Kaufering - Der Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß (CSU) muss sich wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in Millionenhöhe vor Gericht verantworten. Er soll als Ausgleich für ein missglücktes Grundstücksgeschäft der Familie Strauß in Kanada von Schreiber 2,6 Millionen Euro bekommen und nicht versteuert haben.

Geflossen ist das Geld nach Ansicht der Anklage über das Tarnkonto "Maxwell". Eines der zentralen Themen des Indizienprozesses ist die Frage, ob Max Strauß Zugriff auf das Konto hatte. Sowohl er als auch sein Bruder Franz Georg, der bereits als Zeuge in dem Verfahren gehört wurde, bestreiten dies vehement.

Nach Angaben des Gerichtssprechers Karl-Heinz Haeusler gibt es einen Zusammenhang zwischen der Aussage des Strauß-Bruders im Augsburger Verfahren und den Durchsuchungen. Haeusler sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur ddp: "Hintergrund war, dass die Kammer Hinweisen während des Prozesses, unter anderem des Bruders des Angeklagten Strauß, nachgeht, um die Geldflüsse vom Konto Maxwell nachvollziehen zu können."

Strauß-Anwalt Wolfgang Dingfelder sagte der "Abendzeitung", bei seinem Mandanten seien 24 Aktenordner sowie weitere Dokumente beschlagnahmt worden. "Die Empörung der Familie ist sehr groß", fügte der Anwalt hinzu.

Er wertete die Aktion als Zeichen dafür, dass die Beweislage der Staatsanwaltschaft dünn sei: "Die hätten das sicher nicht gemacht, wenn sie sich ihrer Sache so sicher wären."

Der Sprecher bestätigte auch Informationen der "Aichacher Zeitung", die von Durchsuchungen bei den Schreiber-Firmen "Bayerische Bitumen Chemie" (BBC) Kaufering, "Alitecnica" und "Spaghettissimo" berichteten. Hinzu kamen die Mannheimer Strauß-Firma "Capeware Software GmbH" und die Privaträume von Max Strauß in München.