Sonntag, 15. Dezember 2019

Friedrich Christian Flick Kunstsammler mit Altlasten

3. Teil: Gegner planen Parallel-Ausstellung

Eine hitzige Debatte entstand, in deren Verlauf Künstler, Intellektuelle und jüdische Kreise dem Sammler vorwarfen, er wolle sich im Namen der Kunst ein Denkmal setzen - verweigere sich aber gleichzeitig die Beteiligung am Stiftungsfonds der deutschen Wirtschaft für die Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter. Micks Großvater hatte im Zweiten Weltkrieg nachhaltig von der Zwangsarbeit profitiert und enge Beziehungen zu Nazi-Größen gepflegt.

Ein Gemälde von Martin Kippenberger, einem favorisierten Maler von Friedrich Christian Flick
Flick entgegnete, er wolle nicht für die Sünden der Großvätergeneration büßen - er möchte auch nicht wie der Tabakerbe Jan Philipp Reemtsma die Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte zu seinem Lebensinhalt machen.

Quasi als Versöhnungsgeste gründete Flick dann im Jahre 2001 die "F.C. Flick Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz". Die mit einem Grundkapital von fünf Millionen Euro ausgestattete Stiftung unterstützt vor allem Projekte in den neuen Bundesländern.

Doch auch dieser Einfall Flicks konnte die Stimmung zu Gunsten seiner Kunstsammlung nicht endgültig ändern. Zwar zeigte sich in der darbenden Kulturlandschaft Deutschlands das Berliner Museum "Hamburger Bahnhof" bereit, Flick den roten Teppich auszurollen - und für sieben Jahre seine Sammlung aufzunehmen. Doch Gegner des Projekts kündigten schon an, eine Parallelausstellung zur Geschichte der Flick-Familie im Dritten Reich zu organisieren.

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