Stadionaffäre Wildmosers Vermögen gesperrt

Im Korruptionsskandal um die Allianz-Arena haben Staatsanwälte das Vermögen von Karl-Heinz Wildmoser und seinem Sohn gesperrt. Der "Löwen"-Chef läßt indes seine Ämter ruhen. Schon kursieren Namen von möglichen Nachfolge-Kandidaten.

München - Im Korruptionsskandal um den Bau des neuen Münchner Fußballstadions Allianz-Arena haben die Ermittler das Vermögen des Präsidenten des TSV 1860 München, Karl-Heinz Wildmoser, und seines Sohnes sperren lassen. Zur Höhe des gesperrten Vermögens machte das bayerische Innenministerium am Mittwoch in München keine Angaben.

Dabei könne es sich sowohl um Barvermögen als auch Immobilien und andere Werte handeln, sagte der kommissarische Leiter des Bayerischen Landeskriminalamts, Johann Georg Koch.

Einer der vier Festgenommenen ist unterdessen nach einem umfassenden Geständnis wieder freigelassen worden. Der Haftbefehl gegen den Mann sei außer Vollzug gesetzt worden, teilte das Bayerische Landeskriminalamt mit.

Karl-Heinz Wildmoser, sitzt hingegen weiter in Untersuchungshaft in der Münchner Justizvollzugsanstalt Stadelheim. Nach dem Senior kommt nun auch der Junior in Untersuchungshaft. Wie die Staatsanwaltschaft München I auf ddp-Anfrage mitteilte, sollte Karl-Heinz Wildmoser junior am Nachmittag der Haftbefehl eröffnet werden.

Waigel und Zehetmair im Gespräch

Wildmoser lässt indes nach Angaben seines Anwalts seine Vereinsämter ruhen. Dies geht aus einer in Münchner Zeitungen veröffentlichten Erklärung des Rechtsanwalts Steffen Ufer hervor. Wildmoser wolle den TSV 1860 München im Moment nicht belasten und werde insoweit seine Ämter ruhen lassen, hieß es in der Erklärung. 1860-Sprecherin Claudia Leupold konnte die Mitteilung am Mittwoch auf dpa-Anfrage nicht bestätigen.

Wildmoser war am Dienstag verhaftet worden. Zusammen mit seinem Sohn soll er bei der Vergabe des Auftrages für den Bau der "Allianz Arena" an die Alpine Bau Deutschland GmbH Schmiergelder in Höhe von 2,8 Millionen Euro kassiert haben. Die Vorwürfe lauten auf Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung.

Der TSV 1860 München bemüht sich unterdessen, die Weichen für die "post-Wildmoser-Zeit" bei den "Löwen" zu stellen. Der Aufsichtsrat soll in den kommenden Tagen über die Zukunft des TSV 1860 München beraten. Derzeit werde nach einem geeigneten Termin für eine entsprechende Sitzung des Gremiums gesucht, sagte Sportdirektor Dirk Dufner am Mittwoch der dpa.

Der in Münchner Medien zunächst veröffentlichte kommende Montag sei einer von mehreren möglichen Sitzungsterminen. "Es geht hauptsächlich darum, dass der Aufsichtsrat seine Verpflichtungen wahrnimmt", sagte Dufner. Ob es dann konkrete Entscheidungen geben wird, sei offen.

Indessen wird bereits über die Nachfolge von Wildmoser spekuliert. Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) brachte den früheren bayerischen Wissenschaftsminister Hans Zehetmair ins Gespräch. Der CSU-Politiker ist Mitglied des Verwaltungsrats bei den "Löwen". Auch der Name des früheren CSU-Vorsitzenden und Bundesfinanzministers Theo Waigel wird genannt.

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