Dell Michael Dell gibt CEO-Posten ab

Firmengründer Michael Dell räumt seinen Platz als Vorstandsvorsitzender des weltweit zweitgrößten PC-Produzenten. Sein Nachfolger ist ein alter Bekannter. Analysten begrüßen die Personalie.

Round Rock/New York - Michael Dell gibt 20 Jahre nach der Gründung des zweitgrößten Personal-Computer-Herstellers der Welt, die Führung der Dell Inc.  an Kevin Rollins ab, den Präsidenten des Unternehmens. Das hat die in Round Rock ansässige Gesellschaft am Donnerstag mitgeteilt.

Der Führungswechsel soll auf der Hauptversammlung am 16. Juli stattfinden. Michael Dell bleibt Vorsitzender des Verwaltungsrats. Er hatte bisher beide Ämter in Personalunion inne. Michael Dell werde weiterhin "tief in das Alltagsgeschäft des Unternehmens eingebunden bleiben". Analysten äußerten sich positiv zu der Veränderung im Management.

Nach den Worten eines Konzernsprechers wird sich Michael Dell auf Kundentrends sowie Forschung und Entwicklung konzentrieren, während Rollins sich vornehmlich um die Geschäftsstrategie kümmere.

Rollins wurde 1993 von Dell als Berater engagiert und übernahm drei Jahre später das Amerika-Geschäft. 2001 wurde er zum Chief Operating Officer (COO) befördert, der für das Tagesgeschäft des Konzerns verantwortlich ist.

Branchenkenner zeigten sich zufrieden mit der Personalie. "Kevin und Michael arbeiten seit sehr langer Zeit zusammen, und ich denke, die Wall Street ist mit Kevins Führung sehr einverstanden", sagte Dan Niles, Chef von Neuberger Berman Technology Management. Dell-Aktien tendierten an der Technologiebörse Nasdaq Composite  allerdings 0,9 Prozent tiefer mit 32,84 Dollar.

Die Trennung der Ämter von Konzernchef und Direktoriumsvorsitzendem steht in den USA bei den Bemühungen um eine Reform der Unternehmensführung ganz oben. Zuletzt haben sich Größen wie der Softwarekonzern Oracle  und das Unterhaltungsunternehmen Disney  zu diesem Schritt entschlossen. Ziele sind eine breitere Machtverteilung und bessere gegenseitige Kontrolle im Spitzenmanagement.

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