Dienstag, 16. Juli 2019

Dieter Schwarz Aldis Erzfeind

2. Teil: "Jeder stöhnt über den bösen Lidl"

"Jeder stöhnt über den bösen Lidl"

Lidl-Einkäufer gelten in der Branche als besonders aggressiv, von den Zulieferern werden rigoros hohe Preisabschläge eingefordert. Seine Marktmacht nutzt Dieter Schwarz offensichtlich hemmungslos aus.

Eine von vielen: Lidl-Filiale
"Jeder stöhnt über den bösen Lidl, aber am Ende wollen alle mit dabei sein", berichtet ein Branchenkenner. Darüber hinaus ist nur wenig bekannt über das Unternehmen. Deswegen hat sich der Lebensmittelriese in der Branche den Spitznamen "Geheimniskrämer" eingehandelt.

Sein Vermögen hat Dieter Schwarz steuersparend in eine Stiftung eingebracht. Zu dem Konzern, inzwischen die Nummer fünf im deutschen Lebensmittelhandel, gehören auch die Großflächenmärkte Kaufland und Handelshof. Sie werden allerdings getrennt von der Discountsparte geführt.

"Der Schlüssel unseres Erfolgs ist die Einfachheit"

"Unser Grundprinzip und der Schlüssel unseres Erfolgs ist die Einfachheit", teilt Lidl auf seiner Internetseite mit. Alles soll möglichst preiswert sein. Aldi setzt bei seinen Aktionen auf feste Partner wie zum Beispiel den Elektronik-Anbieter Medion. Für Lidl zählt allein das billigste Angebot. Dieses Prinzip verfolgt Dieter Schwarz obsessiv von Anbeginn seiner Karriere.

Die Geschichte des Schwarz-Imperiums beginnt 1930. Vater Josef tritt als Komplementär in die Südfrüchte Großhandlung Lidl & Co. ein, die er rasch zur Sortimentsgroßhandlung für Lebensmittel umgestaltet. Sie wird 1944 zerstört. Binnen zehn Jahren gelingt der Wiederaufbau. Die Firma erhält in Heilbronn erneut ein eigenes Domizil und tritt zugleich in die A&O Handelskette ein.

1972 wird die Zentrale nach Neckarsulm verlegt. Fünf Jahre später stirbt Schwarz senior im Alter von 74 Jahren. Die Macht im Hause Lidl fällt an seinen Sohn Dieter, der die Familiengeschäfte schon seit einigen Jahren an der Seite des Vaters führt.

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