Montag, 17. Juni 2019

Kurt Ochner Neues Spiel, neues Glück

2. Teil: Zweimal Ochner, zweimal Pleite

Zweimal Ochner, zweimal Pleite

Doch pünktlich zur Jahrtausendwende platzte Ochners Spekulationsblase. Die Kurse brachen ein, der Börsenspekulant versenkte Milliarden. Der Fehler im System Ochner: Bei fallenden Kursen implodierten die Fonds, weil er seine Titel zu Dumpingpreisen verscherbeln musste.

Kurt Ochner, sehr zufrieden
Es war nicht das erste Mal, dass Ochners System kollabierte: Schon einmal musste er erleben, dass er die Aktien, die er eingesammelt hatte, nicht mehr rechtzeitig loswurde. Als Fondsmanager bei der mittlerweile aufgekauften Hamburger Privatbank SMH hatte sich Ochner schon Ende der 80er Jahre als Experte für deutsche Nebenwerte ausgewiesen.

Zwar investierte er auch in Großunternehmen wie BASF Börsen-Chart zeigen oder Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen und frühzeitig bei SAP Börsen-Chart zeigen. Nicht unbeachtliche Kursgewinne aber brachten damals kleine Unternehmen wie die Leonischen Drahtwerke (heute Leoni Börsen-Chart zeigen). Auch hier stiegen die Kurse wie von selbst, wenn der Meister der Nebenwerte mit seinem Fonds einstieg.

"Wie ein verhungerter Luftballon"

Das ging so lange gut, wie Ochner nicht gezwungen war, diese Positionen zu liquidieren. Doch 1992 brach der Markt ein, die kleinen Werte erholten sich lange nicht mehr. "Ochners Fonds sah aus wie ein verhungerter Luftballon", so ein Banker damals gegenüber dem SPIEGEL. Ochners Fonds wurde aufgelöst.

Anfang April 2001 trennt sich auch die Frankfurter Fondsgesellschaft, eine Tochter der Schweizer Privatbank Julius Bär, von Ochner. Der Aufsichtsrat der Julius Bär Kapitalanlage AG und Ochner hätten "unterschiedliche strategische Auffassungen bezüglich der Geschäftstätigkeit", hieß es damals knapp.

In einem zähen Rechtsstreit forderten Ochners Opfer vergeblich Schadenersatz von Julius Bär. Erst Ende vergangenen Jahres wurde die Klage dreier Privatanleger abgeschmettert. Etliche Formulierungen im Verkaufsprospekt des Fonds hätten auf ein sehr riskantes Management schließen lassen, so die Richter des Frankfurter Oberlandesgerichts in ihrer Urteilsbegründung.

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