ThyssenKrupp Hilfe von ganz oben

Im Streit um die geplante Schließung eines Stahlwerkes in Italien haben die von der Entlassung bedrohten Stahlarbeiter Rückendeckung bekommen. Der Papst persönlich hat sich eingeschaltet.

Rom - In den Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze in der mittelitalienischen Stahl-Stadt Terni hat sich Papst Johannes Paul II. zu Wort gemeldet. ThyssenKrupp prüft derzeit die Zukunft des Werks.

In seiner Predigt auf dem Petersplatz sagte der gesundheitlich angegriffene Papst am Sonntag mit relativ klarer und fester Stimme: "Ich bin bei euch in eurer schwierigen Zeit und hoffe, dass eine faire Lösung für euch und eure Familien gefunden werden kann." Dutzende von Stahlarbeitern aus Terni waren rund 100 Kilometer nach Rom marschiert. Zum Dank schwenkten sie während der Ansprache des Papstes ihre blauen Schutzhelme.

Wegen der schwachen Stahlnachfrage hatte der deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp eine Prüfung der Zukunft seines Werkes in Terni angekündigt. Eine Schließung des Werkes würde nach Gewerkschaftsangaben rund 900 Arbeitsplätze in der Stadt kosten. Auch der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat bereits persönlich bei Bundeskanzler Gerhard Schröder für den Erhalt des Werkes interveniert. ThyssenKrupp hatte danach eine Entscheidung über das Schicksal des Werkes zunächst bis Ende dieses Monats verschoben.