Peoplesoft-Chef Conway Der doppelte Esser

Der Konzernchef von Peoplesoft, Craig Conway, muss auch nach einer feindlichen Übernahme durch Oracle keine Abstriche bei seinem Lebensstandard machen. Ein möglicher Abschiedsschmerz würde mit einem Millionensegen gelindert werden.

San Francisco - 62 Millionen Dollar - das ist nicht ganz doppelt so viel wie der frühere Mannesmann-Chef Klaus Esser im Jahr 2000 an Anfindungen und Pensionen kassierte. Dabei war die Übernahme von Mannesmann durch Vodafone  weit größer als der jetzt mögliche Merger von Oracle  und Peoplesoft . Der käme gerade mal auf ein Transaktionsvolumen von 9,4 Milliarden Dollar - sollte er denn vollzogen werden.

Bisher nämlich sträubten sich Conway und Peoplesoft gegen die Attacke des Software-Rivalen unter Führung von Larry Ellison. Wie lange das so bleibt, ist fraglich. Am Mittwoch hatte Oracle den Wert seiner feindlichen Offerte um ein Drittel gesteigert. Peoplesoft-Aktionäre haben nun bis zum 12. März Zeit, das Angebot angenommen. Nachdem sich Peoplesoft Monate lang erfolgreich verteidigt hat, sehen Analysten den kleineren Konzern nun in der Position des wahrscheinlichen Verlierers.

Für Aktionäre ein Drittel mehr, für den CEO das Doppelte

Sollte Oracle mit seinem Angebot von 26 Dollar je Peoplesoft-Aktie Erfolg haben, würde sich die Abfindung Conways im Vergleich zu dem früheren Angebot von 19,50 Dollar nahezu verdoppeln, hat Pat McGurn berechnet, Vizepräsident von Institutional Shareholder Services. Ein Sprecher von Peoplesoft wollte sich zu der Höhe der möglichen Abfindung Conways nicht äußern. Der Vorstandschef ist seit Mai 1999 im Amt.

"Bei vielen Unternehmen hat man den Eindruck, dass den Vorständen Optionen zugesichert werden, ohne vorher abzuschätzen, was dies im Endeffekt kosten könnte", McGurn. Die Gruppe berät Großaktionäre im Hinblick auf ihr Abstimmverhalten bei Hauptversammlungen. Bislang hat sich das Peoplesoft-Management noch nicht offiziell zu dem nachgebesserten Angebot geäußert.