Stephan Schambach Der Gründer geht von Bord

Der Intershop-Gründer kehrt dem wirtschaftlich angeschlagene Softwareunternehmen Intershop den Rücken. Aus persönlichen Gründen, heißt es.

Jena - Stephan Schambach verlässt das Jenaer Softwareunternehmen Intershop . Wie der Spezialist für E-Business-Plattformen am Mittwochabend mitteilte, wolle Schambach sich neuen unternehmerischen Aufgaben widmen. "Es ist eine freundschaftliche Trennung", unterstrich ein Intershop-Sprecher im Gespräch mit manager-magazin.de. Ob die Position von Schambach ersetzt werde, ist unklar.

Der Aufsichtsrat habe seinem Wunsch entsprochen, ihn mit sofortiger Wirkung von den Pflichten als Vorstandsmitglied zu entbinden, hieß es in der Mitteilung. Schambach bleibe Intershop aber als Aktionär verbunden. Der 33-Jährige hält etwa 19 Prozent der Aktien.

Schambach hatte Intershop 1992 mitgegründet und war bis Juli vergangenen Jahres Vorstandschef. Das früher am Neuen Markt als Börsenstar gefeierte Jenaer Unternehmen war nach dem Platzen der Internetblase im Jahr 2000 in erhebliche Schwierigkeiten geraten. Wie andere Softwarefirmen verzeichnete Intershop drastische Umsatzeinbrüche, vor allem der US-Markt bereitete der Firma Probleme.

Schambach war schließlich Mitte vergangenen Jahres vom Amt des Vorstandsvorsitzenden zurückgetreten. Auf diesen Posten rückte Jürgen Schöttler nach. Für 2003 rechnet das Unternehmen nun mit einem Umsatz von 23 bis 25 Millionen Euro und einem Verlust von 20 Millionen Euro.

Zuvor unterzog sich Intershop angesichts der schrumpfenden Umsätze einem rigiden Sparkurs. Zuletzt fielen dem Sparprogramm rund 200 Arbeitsplätze zum Opfer. Mitte Januar hatte Intershop bekannt gegeben, sich zudem von der Nasdag zurückzuziehen. Derweil geht die Suche nach einem strategischen Investor weiter. Mit einem kurzfristigen Einstieg sei aber nicht zu rechnen, heißt es.