Samstag, 21. September 2019

Götz Werner Der Waldorf-Discounter

3. Teil: Zur Ausbildung gehören Theater-Workshops

Zur Ausbildung gehören Theater-Workshops

"Der unproduktivste Betrieb der Branche": Schlecker, Rivale im Geschäft wie im Geiste
Auf diese Weise bekommt Praxiserfahrung ein hohes Gewicht. So schlug eine Kassiererin vor, das Bargeld nicht abends zu zählen, wenn man mit Aufräumarbeiten beschäftigt ist. Seither wird konzentriert am folgenden Morgen abgerechnet, wenn es im Laden noch ruhig ist. Schöner Nebeneffekt: Alle Kassierer haben pünktlich Feierabend.

Alles, aber auch wirklich alles, wird in großen Runden durchdiskutiert, damit jeder Mitarbeiter die Chance hat, sich einzubringen. Und um alle auf den offenen Umgang miteinander vorzubereiten, gehören Theater-Workshops fest zum Ausbildungsprogramm. Was dabei herauskommt, ist das Wunder von Werner: Der Debattierclub hat mitunter die niedrigsten Preise der Branche, günstiger oft als beim kontrolllüsternen Anton Schlecker.

 Bitte recht freundlich: Eine deutsche dm-Filiale
Drogeriemarkt
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Dessen Kette schalt Werner einmal als den "unproduktivsten" Betrieb unter allen Konkurrenten und belegte damit, dass seine hehren Ideale nicht einer Träumerei entspringen. Sie sind schlicht gut fürs Geschäft.

Dennoch hat er nicht vor, mit dem verdienten Geld in die Schweiz abzuwandern. Was dieses Thema angeht, hat er eine pointierte Meinung - wenn auch keinen passenden Sinnspruch. Der FAS sagte er: "Als Unternehmer zahle ich meine Steuern sowieso nicht. Ein Unternehmer zahlt nie Steuern, sondern verkalkuliert sie. Bezahlt werden sie vom Kunden über den Preis." Nach einem Traumtänzer klingt das nicht.

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