Klaus Jacobs Der Kaffeekönig macht Druck

Klaus Jacobs, Ex-Kaffekönig und Exilschweizer, ist nicht amüsiert. Die Ungereimtheiten in der Bilanz von Adecco haben der Jacobs-Stiftung einen Verlust von 600 Millionen Euro beschert. Jetzt stellte Adecco-Großaktionär Jacobs dem CEO Jerome Caille ein Ultimatum.

Zürich - Adecco-Grossaktionär Klaus Jacobs ist vom Management und Verwaltungsrat in den vergangenen Monaten "persönlich enttäuscht".

Das sagte Jacobs der "Bilanz" (Februarausgabe) in einem Interview. Nun fordert Jacobs bis zur Generalversammlung im April entschlossene Maßnahmen, um das Vertrauen der Anleger wieder zu gewinnen. Ansonsten will Jacobs die Umbesetzung des Verwaltungsrats und auch den Abgang von CEO Jerome Caille forcieren.

"Bei schönem Weter," so Jacobs, "kann jeder segeln. Erst bei Sturm zeigt sich der wahre Kapitän." Besonders die Kommunikationspolitik kritisierte er mit Blick auf Caille. Ein erfahrener Chef hätte anders reagiert, so Jacobs.

Die Ungereimtheiten in der Bilanz von Adecco haben der Jacobs-Stiftung einen Verlust von 600 Millionen Euro beschert.Für Jacobs, der nicht im Verwaltungsrat sitzt, kamen die Probleme bei Adecco "völlig überraschend". Er findet es richtig, dass eine Untersuchung durch die EBK stattfindet und sieht ihr mit "bestem Gewissen" entgegen.

Die Übertragung von 6,5 Millionen Aktien im letzten Dezember sei Teil eines seit 1998 festgelegten Erbfolgeplans. Die Familie selbst habe seit langem keine einzige Aktie mehr verkauft.