Dienstag, 17. September 2019

Jürgen Heraeus Der Mann im Mond

2. Teil: Platin, Gold und Quecksilber

Platin, Gold und Quecksilber

Die Geschichte des Unternehmens beginnt 1851, als der damals 24 Jahre alte Apotheker und Chemiker Wilhelm Carl Heraeus die Einhorn-Apotheke in Hanau übernimmt.

 Zum Golde drängt, am Golde hängt doch alles: Produktbeispiel aus dem Hause Heraeus
HERAEUS, HANAU
Zum Golde drängt, am Golde hängt doch alles: Produktbeispiel aus dem Hause Heraeus
Fünf Jahre später beginnt die eigentliche Erfolgsstory: Heraeus senior entwickelte ein Verfahren, Platin zu schmelzen und gründete die erste Platinschmelze Deutschlands. Glück für Heraeus: Neben der Schmuckindustrie trat zu dieser Zeit die Elektro-, Lampen- und Chemietechnik als neuer Abnehmer für das Edelmetall auf.

Ein weiterer Meilenstein in der Firmengeschichte kommt 1903, als Heraeus mit der Quecksilberlampe aus Quarzglas eine technische Weltsensation vorstellt. Innerhalb weniger Jahre trat das vom späteren Mitgeschäftsführer und Teilhaber Richard Küch entwickelte Gerät als "Höhensonne" seinen Siegeszug um die Welt an.

"Konglomerat von Mittelstandsunternehmen"

Heute ist Heraeus ein Weltkonzern mit einem Umsatz von über sieben Milliarden Euro, der weltweit mehr als 9000 Mitarbeiter in über 100 Tochter- und Beteiligungsunternehmen beschäftigt.

Als Großunternehmen will Jürgen Heraeus die Holding aber nicht sehen. Vielmehr sei Heraeus ein "Konglomerat von Mittelstandsunternehmen". Deshalb baute er 1985 den Konzern zur Holding um und gab den Tochtergesellschaften möglichst viele Freiheiten, damit diese fast wie selbstständige Mittelständler wirtschaften können.

Allein im Jahr 2000 wurde an die rund 150 Familiengesellschafter eine Dividende von insgesamt über 140 Millionen Euro ausgeschüttet. Angewiesen sind die auf die Ausschüttung meistens nicht. Einmal im Jahr treffen sich die Gesellschafter des Konzerns, um den künftigen Kurs abzustecken. Die "nächste Generation" der 18- bis 40-Jährigen kommt sogar drei bis vier Mal im Jahr zusammen.

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