Korruption Ex-ABB-Vorstände angeklagt

Immer wieder sind Mitarbeiter namenhafter Unternehmen in Bestechungsskandale verwickelt - vor allem in der Entsorgungsbranche. Jetzt wurden ehemalige ABB-Manager der Korruption beim Bau eines Müllofens angeklagt.

Mannheim - Wegen des Verdachts der Korruption beim Bau eines Müllofens hat die Staatsanwaltschaft Mannheim Anklage gegen mehrere Manager erhoben. Zwei ehemaligen Vorstandsmitgliedern von ABB , drei Geschäftsführern und einem Hauptabteilungsleiter von ABB-Gesellschaften wird Bestechung und Beihilfe zur Last gelegt.

Wie eine Sprecherin der Anklagebehörde mitteilte, sollte der frühere Geschäftsführer des Zweckverbandes Restmüllheizkraftwerk Böblingen bei Stuttgart für die Auftragsvergabe von zwei Baulosen an die Firma ABB Schmiergelder in Höhe von damals 850.000 Mark erhalten, wovon tatsächlich 400.000 Mark gezahlt worden sein sollen.

Gegen den Geschäftsführer des Zweckverbandes habe die Staatsanwaltschaft Stuttgart gesondert Anklage erhoben. Zudem werden in der Anklage zwei Gesellschaften der Firmen ABB und Alstom als Nebenbeteiligte geführt, da die Verhängung einer Firmenstrafe nach dem Ordnungswidrigkeitengesetz angestrebt wird, nachdem die vorgeworfenen Straftaten von Organen dieser Firmen begangen worden sein sollen, wie die Sprecherin erklärte.

Dagegen wurden das Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts von Schmiergeldzahlungen bei weiteren Kraftwerksbauten sowie die Ermittlungen gegen einen ehemaligen Abteilungsleiter im Umweltbundesamtes in Berlin eingestellt, da eine Verwicklung nicht nachgewiesen werden konnte. Mit der Anklageerhebung endet ein seit 1997 andauerndes umfangreiches Ermittlungsverfahren.