Adecco-Skandal Finanzvorstand abgebucht

Abstimmung von Lohnbankkonten, Dokumentation vereinbarter Tarife, Kontrolle für die Rechnungsstellung - alles Fehlanzeige. Adecco ist in der Krise. Um das Vertrauen von Kunden und Shareholdern wieder herzustellen, rollen nun Köpfe.

Cheserex/Schweiz - Nach den jüngsten Turbulenzen um Buchhaltungs- und Kontrollprobleme hat der Personalvermittler Adecco  das Schweigen gebrochen und Konsequenzen gezogen. Finanzchef Felix Weber und der Chef von Adecco-Staffing-Nordamerika, Julio Arrieta, treten ab, wie der Konzern mitteilt.

Weber werde der Gesellschaft noch bis zur Hauptversammlung 2004 zur Verfügung stehen, hieß es weiter. Übergangsweise werde Andres Cano, Group Financial Controller, das Amt übernehmen. Die Suche nach einem Nachfolger von Weber laufe bereits. Die Geschäfte Arrietas soll Philippe Marcel, Mitglied des Verwaltungsrates und Leiter von Adecco Frankreich, übernehmen.

Die Anfang der Woche bekannt gewordenen Schwachstellen bei Adecco-Staffing-Nordamerika lägen unter anderem im Bereich Sicherheit von Computersystemen, Abstimmung von Lohnbankkonten, im Fehlen einer systematischen Dokumentation vereinbarter Tarife und Stunden sowie bei nicht rechtzeitig erkannten Fehlern in der Rechnungsstellung.

Einige dieser Schwachstellen seien bereits behoben worden, hieß es. Verwaltungsratspräsident John Bowmer wird die weiteren Untersuchungen von Adecco leiten und zudem ab sofort dem Unternehmen als aktiver Chairman zur Verfügung zu stehen. Der weltweit größte Personalvermittler verwies weiter darauf, dass Ende letzten Jahres die Liquidität rund 1,4 Milliarden Franken betragen habe.