Enron Zehn Jahre Haft, ein guter Deal

Andrew Fastow ist glimpflich davongekommen und muss nur zehn Jahre ins Gefängnis. Der Ex-Finanzchef bekannte sich im Gegenzug schuldig und will bei der weiteren Aufklärung der Jahrhundertpleite helfen. Damit ist er zur Gefahr für seine früheren Chefs geworden.

Houston/Washington - Zwei Jahre nach dem Zusammenbruch des US-Energiekonzerns Enron hat sich der ehemalige Finanzchef Andrew Fastow am Mittwoch in zwei Anklagepunkten schuldig bekannt. Im Gegenzug für eine reduzierte Gefängnisstrafe von zehn Jahren habe Fastow sich bereit erklärt, bei den weiteren Ermittlungen mit den Behörden zusammenzuarbeiten, berichten US-Medien aus Houston (Texas).

Nach der Vereinbarung soll Fastow zudem 23,8 Millionen Dollar Strafe zahlen. Die Summe aus seinem Vermögen war bereits beschlagnahmt worden. Die Ermittler hoffen mit Hilfe Fastows die Rolle der ehemaligen Enron-Konzernchefs Kenneth Lay und Jeffrey Skilling bei den Enron- Betrügereien ans Licht zu bringen. Die beiden sind bislang nicht angeklagt und beteuern ihre Unschuld.

Enron war vor zwei Jahren in einem Bilanzskandal zusammengebrochen. Fastow soll die Gewinne des damals weltgrößten Energiehändler Enron unzulässig aufgebläht und Milliardenschulden in dubiosen Partnerschaften versteckt haben.

Fastow soll sich überdies selbst um Millionen bereichert haben. Die Aktien des einstigen Wall- Street-Lieblings sind inzwischen wertlos. Der Enron-Insolvenzfall war der erste einer ganzen Serie spektakulärer amerikanischer Unternehmensskandale.

Lea Fastow, die Frau des Ex-Finanzchefs und ehemalige Enron-Mitarbeiterin, wollte sich am Mittwoch ebenfalls schuldig bekennen. Einige der Enron-Millionen waren über ihre Konten gelaufen. Die Staatsanwaltschaft einigte sich nach Medienberichten mit Lea Fastow wegen einer falschen Steuererklärung auf fünf Monate Gefängnis und fünf Monate Hausarrest. Bei einem Schuldspruch im Falle eines Gerichtsverfahrens hätten ihr vier Jahre Gefängnis gedroht.