Enron Zerknirschtes Geständnis

Ursprünglich sollte heute nur eine Routineanhörung stattfinden. Doch der Gerichtstermin könnte leicht zum Durchbruch im Enron-Prozess werden. Der Hauptangeklagte Andrew Fastow, der monatelang um einen Vergleich herumeierte, soll heute nun doch ein Geständnis ablegen.

Houston - Der mutmaßliche Hauptverantwortliche für den Bilanzskandal des US-Energiekonzerns Enron, Andrew Fastow, will sich schuldig bekennen und möglicherweise eine Haftstrafe von zehn Jahren akzeptieren. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP mit Verweis auf Insiderkreise.

Zu welchen der über 100 Anklagepunkte der frühere Finanzchef des Unternehmens sich bekennen will, war zunächst nicht zu erfahren. Ein Justizsprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Quelle zufolge wird auch Fastows Frau Lea ein Steuervergehen einräumen und eine Strafe akzeptieren. Ursprünglich war für Mittwoch nur eine Routineanhörung vor dem Bezirksgericht in Houston geplant, bei dem es um die Aufstellung einer Jury für den Prozess gegen Lea Fastow gehen sollte.

Bislang ist erst einer der Verantwortlichen für den Enron-Skandal hinter Gittern. Der Finanzmanager Ben Glisan hatte sich im September der Verschwörung schuldig bekannt und eine fünfjährige Haftstrafe angetreten. Die Konzernmanager sollen Scheingeschäfte getätigt haben, durch die in den Büchern ein höherer Konzerngewinn ausgewiesen wurde als tatsächlich angefallen war.

Der Energiekonzern, der einst zu den zehn größten Konzernen des Landes zählte und weltweit 20.000 Mitarbeiter beschäftigte, musste Insolvenz anmelden, nachdem seine Übernahme durch den Konkurrenten Dynegy im November 2001 gescheitert war. Es war eine der größten Pleiten in der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte.