Dieter Bohlen Klage gegen Media Markt

Für alles soll sein Kopf ja nun nicht herhalten, beschwert sich Dieter Bohlen und klagt gegen die Elektronikkette Media Markt. Die hatte mit dem weitgehend unkenntlich gemachten Gesicht des Musikproduzenten für ein Computerspiel geworben.

Frankenthal - Bohlen, der selbst für den Konkurrenten Makro Markt wirbt, will mit einer einstweiligen Verfügung erreichen, dass die Elektronikkette Media Markt keine Fotos mehr von ihm in ihre Anzeigen einbaut. In einer am 14. November in der "Bild-Zeitung" veröffentlichten Anzeige hatte Media Markt angeblich eine MakroMarkt-Werbung mit Bohlen-Foto zum Teil abgedruckt und dabei den niedrigeren Preis für das eigene Produkt angegeben.

"Dieter Bohlen fühlt sich in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt, weil er sagt: Mein Bild kam ohne meine Einwilligung da rein, ihr macht Werbung mit mir", schilderte der zuständige Richter Uwe Kneibert den Inhalt der Klage am Dienstag im voll besetzten Gerichtssaal.

Dass er die Klage für Quatsch hält, ließ der Richter ziemlich deutlich durchblicken. "Wenn ich das Ding meiner Oma vorgelegt und gefragt hätte: Erkennst du wen, hätte ich wahrscheinlich keine Antwort bekommen", sagte Kneibert. In der Anzeige seien nämlich nur Konturen einer Person und Haare sowie ein minimaler Teil des Gesichts zu erkennen, weil der Rest überdruckt sei.

Die Abbildung Bohlens in der Werbung sei trotzdem völlig unnötig gewesen, sagte Bohlen-Anwalt Michael Nesselhauf. "Es gibt nicht eine Entscheidung, die bei vergleichender Werbung die Verletzung von Persönlichkeitsrechten erlaubt." Der Media Markt habe mit Bohlens Abbildung nur Aufmerksamkeit erregen wollen.

Der verklagte Media Markt sieht laut Gericht in Bohlens Antrag ein "rechtsmissbräuchliches Vorgehen" und beharrt darauf, mit der Anzeige erlaubte "vergleichende Werbung" betrieben zu haben. Dabei müsse die Originalwerbung platziert werden. "Außerdem steht", so ein Media Markt-Sprecher, "im Mittelpunkt der Anzeige das Produkt und nicht Bohlen." Deswegen könne das Persönlichkeitsrecht des Musikproduzenten gar nicht verletzt sein.

Das Landgericht Frankenthal will über die Klage am 20. Januar entscheiden.