Dienstag, 17. September 2019

Fraport Vorstandsvorsitzender unter Bakschisch-Verdacht

Einige ehemalige Mitarbeiter aus dem Umfeld des Frankfurter Flughafens sind erwiesenermaßen korruptionserfahren. Nach diversen Skandalen ist es wenig verwunderlich, dass jetzt der Fraport-Vorstand Ziel der Ermittlungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft ist.

Frankfurt/Main - Am Frankfurter Flughafen stehen erneut Mitarbeiter der Betreibergesellschaft Fraport Börsen-Chart zeigen unter Korruptionsverdacht. Diesmal sind mit dem Vorstandsvorsitzenden Wilhelm Bender und seinem Stellvertreter Manfred Schölch sogar die Unternehmensspitzen in das Visier der rührigen Korruptionsermittler bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft geraten.

 Nährboden für Korruption: Flughafen Frankfurt
AP
Nährboden für Korruption: Flughafen Frankfurt
In der Geschichte des öffentlich kontrollierten Unternehmens - die Aktienmehrheit von gut 70 Prozent halten Bund, das Land Hessen und die Stadt Frankfurt - ist es beileibe nicht der einzige Fall, dass sich Fraport-Angestellte wegen aktiver Bestechung oder Vorteilsnahme verantworten müssen.

Aktuell geht es um die Frage, was der Vorstand über rund 600.000 US-Dollar Schmiergeld wusste, mit dem zwei mittlerweile entlassene Fraport-Manager Millionenaufträge im usbekischen Taschkent akquirieren wollten. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft wollte keinen Kommentar zu einer angeblichen Vorstandsvorlage abgeben, in der laut SPIEGEL das Bakschisch als "nützliche Aufwendung" verzeichnet sein soll.

"Notiz auf Arbeitsebene"

Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes gegen internationale Bestechung existiert diese Abschreibungsmöglichkeit für deutsche Unternehmen nicht mehr, vielmehr müssen die Manager für Bestechungen im Ausland mit bis zu fünf Jahren Haft rechnen. Fraport spricht daher von einer "Notiz auf Arbeitsebene", die nie an den Vorstand weitergereicht worden sei.

Das Geschäft des Flughafenkonzerns ist mit dem auf internationalen Vereinbarungen basierenden Gesetz nicht einfacher geworden. Eine Bruchlandung erlitten die Frankfurter in der philippinischen Hauptstadt Manila, wo sie nach Meinung der dortigen Presse die falschen Leute bestochen haben sollen. Über Tochterfirmen soll Fraport dem Berater Alfonso Santo Liongson eine Korruptions- Kriegskasse von 2,1 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt haben. Fraport beharrt hingegen aus seiner Darstellung, dem Berater seien Schmiergeldzahlungen ausdrücklich untersagt worden.

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