Scandlines Sprang der Chef von der Öresund-Brücke?

Zum Ende des Jahres sollte Scandlines-Chef Ole Rendbæk sein Amt niederlegen. Jetzt wurde sein leerer Wagen auf der Öresundbrücke gefunden - es wird vermutet, dass der Top-Manager des deutsch-dänischen Reedereiunternehmens Selbstmord beging.

Rostock/Kopenhagen - Scandlines hat übergangsweise einen neuen Vorstand berufen. Bis zur weiteren Entscheidung werde vom 1. Januar 2004 an der dänische Scandlines-Manager Erik Østergaard als Vorstandsvorsitzender und der Leiter Finanzen und Rechnungswesen fungieren, wie die Gesellschaft am Dienstag mitteilte.

Die Aufsichtsratsentscheidung wurde überschattet vom Verschwinden des langjährigen Scandlines-Vorstandschef Ole Rendbæk. Er gilt seit Sonntag als vermisst. Ein Selbstmord wird nicht ausgeschlossen.

Rendbæks Auto wurde nach einem Bericht der Internet-Ausgabe der dänischen Tageszeitung "Jyllands-Posten" verlassen auf der Öresundbrücke entdeckt, die Kopenhagen mit der schwedischen Hafenstadt Malmö verbindet. In seinem Wagen seien Abschiedsbriefe gefunden worden, bestätigte Scandlines. "Die Mitglieder des Aufsichtsrates der Scandlines AG sind zutiefst betroffen", hieß es in einer Pressemitteilung. Der 60-Jährige hatte die Position des Vorstandsvorsitzenden seit 1998 inne.

Rendbæk sollte zum Jahreswechsel gemeinsam mit Finanzvorstand Axel Bertram das Unternehmen verlassen, aber weiterhin als Berater für die Reederei tätig sein. Bertram wechselt in eine Führungsposition bei der Deutschen Bahn AG, die 50 Prozent an Scandlines hält. Die anderen 50 Prozent liegen in den Händen des dänischen Transportministeriums.

Scandlines ist Marktführer auf der Ostsee und beförderte dort im Jahr 2002 auf 16 Linien rund 20 Millionen Passagiere. Der Umsatz belief sich auf rund 450 Millionen Euro, der Nachsteuergewinn auf 63,1 Millionen Euro.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.