Dietmar Hopp Staatsanwalt begnadigt

Als die Staatsanwaltschaft Dietmar Hopps Privaträume durchwühlte, drohte er mit einem rechtlichen Nachspiel. Doch erfuhr der SAP-Mitgründer bereits Genugtuung, als die Ermittlungen gegen ihn eingestellt werden mussten. Statt auf Streit sinnt er nun auf öffentlichen Dialog.

Mannheim - SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp wird keine rechtlichen Schritte gegen die Mannheimer Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit der Durchsuchung seiner Privat- und Diensträume einleiten. Eine Klage auf Schadenersatz würde Jahre dauern, sagte Hopp am Montag in Mannheim zur Begründung.

"Die Kosten dafür müssten die Steuerzahler bezahlen. Damit würde es die Falschen treffen". Der Gründer von SAP  kündigte an, stattdessen im Februar ein Forum vorzustellen, bei dem das Thema behandelt werden soll. Dieses Forum hatte er bereits im Mai gegenüber manager-magazin.de in Aussicht gestellt und erläutert.

Die Mannheimer Staatsanwaltschaft hatte gegen Hopp wegen des Verdachts der Untreue ermittelt. Der Auslöser war, dass der ehemalige Chef des Softwareriesen mit Geld aus seiner eigenen gemeinnützigen Stiftung für Bernhard Termühlen, den noch amtierenden Vorstandsvorsitzenden des Finanzdienstleisters MLP , gebürgt hatte. Im Zuge der Ermittlungen waren auch die Privat- und Büroräume Hopps durchsucht worden.

Der Ex-Aufsichtsratschef des größten deutschen Software Konzerns in Walldorf in der Nähe von Mannheim hatte während des Verfahrens angekündigt, rechtliche Schritte gegen das Vorgehen der Staatsanwaltschaft zu ergreifen. Im Juli waren die Ermittlungen endgültig eingestellt worden.

Ausschlaggebend für die Einstellung war eine so genannte Patronatserklärung. Darin hatte Hopp erklärt, bei einem Ausfall der Bürgschaft mit seinem Privatvermögen zu haften. Der Tatbestand der Untreue war damit ausgeschlossen worden, da auf diesem Weg der Stiftung kein Vermögensschaden entstehen konnte.

Hopp hatte immer wieder betont, dass seine Vertreter diese Patronatserklärung bereits während der Hausdurchsuchung den Ermittlern vorlegen wollten. Nach Ansicht seiner Anwälte hätte damit kein Rechtsgrund für die Durchsuchung mehr vorgelegen. Die Ermittler lehnten dies jedoch ab. Hopp hatte vor allem dieses Verhalten als "Willkürakt der Behörde" gedeutet.

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