Magna Steyr Remmels großes Rad

Der ehemalige Daimler-Benz-Vorstand Manfred Remmel wird Magna-Chef. Der größte Autozulieferer der Welt erschien kurzzeitig kopflos, nachdem Herbert Demel Ende Oktober überraschend zu Fiat gewechselt war.

Graz/Aurora - Der frühere Daimler-Benz-Manager und Manfred Remmel (57) wird zum Jahreswechsel neuer Chef des österreichischen Autozulieferers Magna Steyr. Zuletzt war er Vertriebsvorstand beim Stromversorger RWE.

Remmels Vorgänger, der frühere Audi-Manager Herbert Demel, hatte Magna Steyr Mitte November verlassen, um als neuer Chef nach Italien zu Fiat Auto zu wechseln.

28 Jahre hatte Remmel bei Daimler-Benz gearbeitet, zuletzt als Vorstand für das Ressort Betriebswirtschaft und Controlling. Bei dem Autohersteller galt Remmel als experimentierfreudiger Manager, der die Arbeitabläufe optimierte und dafür sorgte, dass Daimler Benz als erster Autohersteller die Zulieferer in die Arbeitsabläufe mit einbezog.

Glücklos als Strom-Manager

1999 wechselte Remmel als Vorstandvorsitzender zur RWE Energie, der späteren Vertriebstochter RWE Plus. Dort agierte er glücklos und scheiterte bei dem Versuch, die RWE-Strommarken Avanza und Evivo am Markt zu etablieren. Im September 2001 musste er die Stellung als Chef von RWE Plus an Hans-Werner Ufer abgeben und saß seither nur noch im Holding-Vorstand.

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Magna, Konzern ohne eigene Marke:
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Im März dieses Jahres machte RWE-Chef Harry Roels den erwarteten Einschnitt: Im verkleinerten Vorstand war für Remmel kein Platz mehr. Nachdem klar war, dass er bei seinem früheren Arbeitgeber keine Zukunft mehr hatte, suchte Remmel über Monate nach einer geeigneten Anstellung.

Die Jobsuche gestaltete sich überaus schwierig. Remmel hat einen guten Ruf für Produktionsmanagement, als RWE-Vertriebsvorstand vermochte er jedoch kaum zu überzeugen. Mit der Ernennung zum Magna-Steyr-Chef kann Remmel nun beweisen, dass er sich im Bereich Autokonstruktion noch immer hervorragend auskennt.

Magna Steyr ist weltweit der größte unabhängige Auftragsentwickler- und -produzent von Automobilen. Derzeit baut das Unternehmen unter anderem wichtige Modelle von DaimlerChrysler, Saab und BMW. Allein das Werk in Graz produziert inzwischen mehr als doppelt so viele Fahrzeuge wie Porsche : 170.000 sollen es im kommenden Jahr werden.