Gehälter für Führungskräfte Nur kein Neid

Selbst die Manager in den Topetagen deutscher Unternehmen haben sich in diesem Jahr mit mageren Gehaltssteigerungen bescheiden müssen. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Eine aktuelle Studie legt Summen und Zuwachsraten offen.

Gummersbach - "Die Neiddebatte hilft nicht weiter", so das Resümee von Alexander von Preen, Geschäftsführer von Kienbaum Management Consultants. In einer Studie, die seine Unternehmensberatung zusammen mit Hewitt Associates durchgeführt hat, kommt er zu dem Ergebnis, dass die Gehaltssteigerungen im Topmanagement in diesem Jahr ausgesprochen moderat ausgefallen sind.

Die oft angeprangerte Selbstbedienungsmentalität, so von Preen, sei höchstens in Einzelfällen anzutreffen. Während die Gehälter der Unternehmensführung eine Zuwachsrate von durchschnittlich 3,8 Prozent verzeichneten, stiegen die Gehälter der ersten Führungsebene um 3,5 Prozent, die der zweiten lediglich um 3,3 Prozent. Damit erzielten die Führungskräfte die niedrigsten Steigerungsraten innerhalb der vergangenen zehn Jahre.

Gefragt wurde auch nach den erwarteten Steigerungsraten im kommenden Jahr. Erweisen sich die Einschätzungen als richtig, ist für 2004 mit noch geringeren Zuwächsen in der Größenordnung von durchschnittlich etwa 3 Prozent zu rechnen.

Im Durchschnitt liegt die Bar-Gesamtvergütung eines Vorstandsmitglieds bei 608.000 Euro. Manager der ersten Führungsebene erreichen durchschnittlich 190.000 Euro, die der zweiten 147.000 Euro.

Immer wichtiger werden aber auch die flexiblen Gehaltsanteile, die sich an Zielvorgaben und am Unternehmenserfolg orientieren. "Zu solchen Maßnahmen raten wir auch unseren Kunden", sagt von Preen.

Immer mehr setze sich die Einsicht durch, dass sich damit nicht nur die Motivation und Identifikation mit dem Unternehmen verbessern lasse. Es werde auch das unternehmerische Risiko gleichmäßiger verteilt.

Außerdem ließen sich auf diese Weise positive Unternehmensentwicklungen kurzfristig an Belegschaft und Management weitergeben. So kommt es, dass die erwarteten Steigerungsraten für die kommenden Jahre zwar moderat bleiben, im Einzelfall aber durch flexible Anteile kurzfristig höher ausfallen könnten.

Grund zu übertriebenem Optimismus besteht dennoch nicht: In der Regel fallen die Einschätzungen rund einen halben Prozentpunkt höher aus als das tatsächliche Ergebnis.

Für die Studie meldeten 45 Unternehmen "aus dem Kreis der Top 300 Großunternehmen in Deutschland" ihre Vergütungsdaten zu mehr als 2000 Positionsinhabern. Im Durchschnitt erzielen die befragten Firmen mehr als sechs Milliarden Euro Umsatz und beschäftigen weltweit mehr als 20.000 Mitarbeiter.

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