RWE Herold, Herold, du entschwandest

Mit dem Einzug von Harry Roels in die RWE-Führung begann für Kommunikationschef Dieter Schweer der Auszug aus dem Paradies. Denn kurz vor seinem Abgang hatte der scheidende Chef Dietmar Kuhnt seinen treuen Fürsprecher Schweer mit üppigen Apanagen ausgestattet. Die wollte Roels nicht länger bezahlen.

Essen - Der Versorger RWE  zieht nach Angaben aus Konzernkreisen bei der Suche nach einem Nachfolger für den entlassenen Kommunikationschef Dieter Schweer eine externe Lösung vor.

"Vorstandschef Harry Roels hat bereits Gespräche mit Kandidaten geführt", verlautete am Sonntag. Das Amt leitet derzeit kommissarisch Pressesprecher Bill McAndrews.

Wie es hieß, hat der frühere RWE-Chef Dietmar Kuhnt vor seinem Wechsel in den Aufsichtsrat Schweers Vertrag verlängert und deutlich höher dotiert. "Kurz vor seinem Weggang sorgte Kuhnt dafür, dass Schweer eine Entlohnung auf Vorstandsniveau erhält." Schweers Abfindung läge im hohen sechsstelligen Bereich, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen. Kuhnt hatte Schweer 1996 zur RWE AG geholt. Ein Konzernsprecher wollte sich zu den Spekulationen nicht äußern.

Das Unternehmen hatte Anfang November die Trennung von Schweer bekannt gegeben. Vorangegangen sei ein Streit Schweers mit Roels, hieß es in den Kreisen. Der Vorstandsvorsitzende sei verärgert über die Weitergabe von Interna an die Presse gewesen.

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