VW do Brasil Der Eintänzer

Wie viele andere Autokonzerne auch, hielt Volkswagen Brasilien für einen absatztechnischen Sambatanz. Tempi passati - die VW-Tochtergesellschaft in Sao Paulo ist ein Millionengrab. Nun soll ein neuer Chef den Verkauf in Schwung bringen.

Wolfsburg - Nach gut einem Jahr tauscht Volkswagen erneut den Chef der krisengeschüttelten Tochtergesellschaft in Brasilien aus: Zum 1. Januar soll der bisherige Leiter von Volkswagen Südafrika, Hans-Christian Maergner, die Leitung von Volkswagen do Brasil übernehmen.

Er löst den Engländer Paul Fleming ab, der erst am 1. Oktober 2002 angetreten war. Das teilte VW am Dienstag in Wolfsburg mit.

Brasilien ist seit geraumer Zeit ein Millionengrab für Volkswagen. Erst vor wenigen Wochen hat der Konzern 120 Millionen Euro Rückstellungen für den Personalabbau in dem südamerikanischen Land gebildet. Der Marktanteil von Volkswagen in Brasilien sank im vergangenen Jahr von knapp 30 auf rund 25 Prozent. Größter Konkurrent der Deutschen in Brasilien ist General Motors.

Brasilien steckt seit Jahren in einer Wirtschaftskrise, die den Autoabsatz hat einbrechen lassen. Weil die Autohersteller die Krise in den neunziger Jahren nicht kommen sahen, haben sie große Überkapazitäten aufgebaut, die nun mit hohen Kosten wieder reduziert werden müssen.

Fleming war vor seinem Wechsel Chef der Autovermietung und VW-Tochter Europcar in England. Er soll neue Aufgaben im Konzern übernehmen. Neuer Chef von VW Südafrika wird Andreas Trostmann, bisher Leiter des Werkes Salzgitter.

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