Management Warum Werte wiegen

Kurzfristiger Erfolg ist keine große Kunst. Soll es einem Unternehmen aber nachhaltig gut gehen, so Brian Pitman, bleibt nichts anderes, als sich konsequent am Shareholder-Value auszurichten. Den Beleg für seine wertorientierte These erbrachte er selbst: Als Chef der Bank Lloyds TSB.

Strikte Orientierung am Shareholder-Value ist für Sir Brian Pitman, den ehemaligen Vorstandschef und Oberkontrolleur der britischen Bank Lloyds TSB, der einzige Weg zu nachhaltigem Unternehmenserfolg. Das berichtet er in der aktuellen Ausgabe des Harvard Businessmanager .

Die Börsenkapitalisierung der Bank war unter der Ägide des Topmanagers von einer Milliarde auf 40 Milliarden Pfund gestiegen. Damit hatte Pitman das Finanzinstitut zur Vorzeigebank der neunziger Jahre gemacht.

Pitman ersetzte die verschwommenen Zielvorgaben der Lloyds TSB durch striktes "wertorientiertes Management". Die Eigenkapitalrendite erklärte er zum Schlüsselmaßstab der finanziellen Leistungsfähigkeit. Er forderte, dass jedes Geschäft genügend Rendite einbringen muss, um mindestens die Kapitalkosten zu decken. Das gesamte Management war dazu angehalten, "tief im Innenleben des Unternehmens zu schürfen und herauszufinden, welche Produkte und Märkte wirklich Wert schufen".

Mit diesem strengen Regime stieß Pitman auf erbitterten Widerstand - besonders bei Führungskräften, die um ihre variablen Gehaltsanteile und Boni fürchteten. Doch er leistete beständige Überzeugungsarbeit, um sie für sein Konzept einzunehmen: "Wir vernachlässigten keine unserer Interessengruppen: Die Kundenzufriedenheit stieg, die Mitarbeiter verdienten mehr, und auch unsere Standorte profitierten."

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