BA-Affäre "In diesem Spiel bin ich nicht die Hauptfigur"

1.320.000 Euro Honorar zahlt die Bundesanstalt für Arbeit (BA) an die PR-Agentur WMP Eurocom. WMP-Vorstand Bernd Schiphorst, Berater von BA-Chef Gerster, hat den Deal mit eingefädelt. Mit Schiphorst sprach manager-magazin.de über die Höhe des umstrittenen Honorars, den öffentlichen Nutzen seiner Arbeit und sein Verhältnis zu Florian Gerster.
Von Karsten Langer

mm:

Herr Schiphorst, die PR-Agentur WMP Eurocom, bei der Sie angestellt sind, kassiert mehr als eine Million Euro für Ihre Beratungsleistungen bei der BA. Stimmt das?

Schiphorst: Ich kenne die Zahlen nicht genau. Ich arbeite seit April vergangenen Jahres für Herrn Gerster. Für 2003 liegen die Honorare bei 500.000 Euro, für 2004 bei 800.000 Euro.

mm:: Das ist viel Geld dafür, dass Sie lediglich zwei Tage pro Woche in Nürnberg vor Ort sind.

Schiphorst: Finden Sie? In dem Betrag sind 16 Prozent Mehrwertsteuer enthalten, alle Reise- und Personalkosten müssen abgedeckt werden, und außerdem arbeiten neben mir in Berlin noch fünf bis sieben Leute an dem Thema. Außerdem wird das Honorar an die Agentur gezahlt, nicht an mich. Und persönlich bin ich zwar nur zwei Tage in Nürnberg, aber die ganze Woche ansprechbar.

mm: In der Presse wird kolportiert, dass Sie Herrn Gerster persönlich kannten. Stimmt das?

Schiphorst: Nein. Vor meiner Arbeit für die BA habe ich Herrn Gerster nicht gekannt. Er hat mich angerufen und gefragt: "Haben Sie Lust, sich mit mir zu treffen?"

mm: Welchen konkreten Nutzen hat die BA von Ihrer Arbeit?

Schiphorst: Ziel unserer Arbeit ist, dass wir unser Honorar um ein Vielfaches einsparen. Die BA investiert in neue Strukturen, und das muss kommuniziert werden. Stellen Sie sich vor, es gibt ein neues Arbeitsamt und keiner geht hin.

mm: Ihr Ruf hat im Zuge der Affäre gelitten. Das kann nicht das Ziel eines Kommunikationsprofis sein. Fühlen Sie sich verunglimpft?

Schiphorst: Ich glaube, dass ich in diesem Spiel nicht die Hauptfigur bin.

mm: Auch das Ansehen Ihrer Agentur leidet. Können Sie sich vorstellen, Ihren Job für die BA aufzugeben, wenn sich die Krise weiter verschärft?

Schiphorst: Dafür gibt es keinen Grund. Ich bleibe.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.