Manager des Jahres 2003 Klaus Zumwinkel

Als Klaus Zumwinkel den Vorstandsvorsitz der Deutschen Bundespost übernahm, sollte er eine Behörde in ein profitables Unternehmen verwandeln. Er schoss über das Ziel hinaus und schuf einen Weltkonzern. Während Zumwinkel unterdessen wegen Steuerhinterziehung angeklagt ist, muss sich Nachfolger Frank Appel als Sanierer bewähren.

So urteilte die mm-Jury 2003:

Zumwinkel formte aus dem beamtischen Staatsbetrieb Bundespost einen weltweit ambitionierten Logistiker, befand die mm-Jury und verwies auch auf beeindruckende Zahlen: Seit Zumwinkels Amtsantritt 1990 hat sich der Umsatz mehr als vervierfacht, die Produktivität je Mitarbeiter um gut 250 Prozent erhöht, der Verlust von 720 Millionen Euro in ein Vorsteuerergebnis von 3,28 Milliarden Euro verwandelt. Das Auslandsgeschäft besitzt heute einen Anteil von über 40 Prozent, mit der Marke DHL ist die Deutsche Post  in 220 Ländern präsent.

Woher Zumwinkel kam:
Zumwinkel stammt aus einer wohlhabenden Familie. Seine Eltern führten in Nordrhein-Westfalen ein ansehnliches Handelsimperium. Der Vater starb unerwartet früh. Seinen beiden Kindern - Klaus und dessen neun Jahre älterem Bruder - hinterließ er ein stattliches Vermögen. Zumwinkel nutzte den Reichtum für ein paar Extras, fuhr einen Porsche und kam in der Welt herum.

1969 machte er sein Kaufmannsdiplom, zwei Jahre später seinen Master an der Wharton Business School in Philadelphia. Seit 1973 darf sich Zumwinkel mit dem Titel Dr. rer. pol. schmücken, die handfeste Karriere begann beim Berater McKinsey. Dort arbeitete er sich schnell nach oben, schon 1984 war er Senior Partner und Mitglied der weltweiten Geschäftsführung. Mit 42 Jahren wurde der gewiefte Manager Vorstandschef des Quelle-Versands, 1990 ging er als Vorstandsvorsitzender zur Deutschen Bundespost, seit 1995 ist er Chef der Deutschen Post AG.

Wo Zumwinkel heute steht:


Unterdessehn hat Bochumer Staatsanwaltschaft Zumwinkel wegen Steuerhinterziehung angeklagt. Der Ex-Post-Chef steht im Verdacht, Millionen am Fiskus vorbei in Stiftungen im Fürstentum Liechtenstein versteckt zu haben.

Die spektakuläre Durchsuchung des Kölner Wohnsitzes von Zumwinkel im Februar 2008 war der Auftakt für eine großangelegte bundesweite Razzia gegen Steuersünder. Der damalige Post-Chef selbst war von den Ermittlern verhört worden und blieb nur gegen eine hohe Kaution auf freiem Fuß.

Die Staatsanwaltschaft warf Zumwinkel, der allein bei seinem Konzern 2006 knapp drei Millionen Euro verdiente, damals vor, rund eine Million Euro an Steuern hinterzogen zu haben. Wegen der Affäre war Zumwinkel als Post-Chef und als Vorsitzender des Telekom-Aufsichtsrats zurückgetreten. Post-Chef ist unterdessen Frank Appel.

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