McDonald's Streit mit dem Bildungsbürgertum

Mühevolle Arbeit mit dürftigem Lohn: Dafür steht im Englischen die Vokabel "McJob". Nun ist sie in ein Wörterbuch aufgenommen worden. Jim Cantalupo, McDonald's-Chef mit Absatzproblemen, hält das für einen "Schlag ins Gesicht" aller Angestellten.

Chicago - Der Begriff McJob war eines von 10.000 Wörtern, das neu in die jüngste Ausgabe des Merriam-Webster's Collegiate Dictionary aufgenommen wurden. Ein McJob stehe für eine "schlecht bezahlte Arbeit ohne Aufstiegschancen", heißt es in dem Eintrag.

Nun hat der CEO von McDonald's , Jim Cantalupo, einen offenen Brief an die Herausgeber des Wörterbuches geschrieben.

Cantalupo klagt, die Aufnahme der Vokabel sei ein "Schlag ins Gesicht" für alle zwölf Millionen Männer und Frauen, die in der amerikanischen Restaurantbranche arbeiten. Der Begriff und seine Definition stellten die Arbeitsbedingungen bei McDonald's und seinen Konkurrenten völlig falsch dar.

Diskreditiere nie den McDonald's-Weg

Im Übrigen hätten viele der 1000 Männer und Frauen, denen heute eine McDonald's-Filliale gehört, früher einmal als einfache Bedienung begonnen. Cantalupo schreibt: "Im Namen jeder Person, die mit Stolz bedient, Essen kocht, Geschirr abwäscht, sollten wir übereinkommen, diesem Begriff nicht noch weiter Verwendung zu gewähren."

Erst kürzlich hatte Cantalupo das Management des Junkfood-Konzerns umstrukturiert. Die zentrale Betreuung der weltweit rund 30.000 Fillialen übernahm Claire Babrowski, die bis dato für die Regionen Asien / Nahost und Afrika verantwortlich war. Babrowski bekleidet jetzt den illustren Posten des "Chief Restaurant Operations Officer" (CROO). Menschen, die dieses Wortungetüm mit sich herumschleppen, tragen bei McDonald's ab sofort die Verantwortung für die Ausstattung der Restaurants, die Entwicklung und für das Menü- und Restaurantmanagement.

Cantalupos aufgeregtes Treiben hat einen guten Grund: Im vierten Quartal 2002 hatte der Klops-Konzern erstmals in seiner Geschichte einen Verlust verbucht. Cantalupo widersetzte sich dem Trend mit neuen Gerichten, einem neuen Design und einer neuen Werbekampagne. Der Mühe Lohn: im dritten Quartal 2003 konnte das Unternehmen wieder einen Gewinn ausweisen.

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