Donnerstag, 22. August 2019

Horst-Dieter Esch Wunderknabe, Knastbruder, Karrierist

Vor genau zwanzig Jahren endete der unaufhaltsame Aufstieg des Horst-Dieter Esch mit einer profunden Bauchlandung. Der IBH-Pleite entging auch die Privatbank Schröder, Münchmeyer Hengst & Co nur mit knapper Not. Esch dagegen ging nach der Haft nach New York und kaufte die renommierte Model-Agentur Wilhelmina.

Mainz - Einer der gefeiertsten Wunderknaben der deutschen Wirtschaft wurde vor genau 20 Jahren über Nacht zum Millionenpleitier. Später musste er sogar ins Gefängnis: Horst-Dieter Esch (60).

Das war vor Jahren:
Horst-Dieter Esch auf der Anklagebank
Inzwischen lebt der einstige Industrieboss in New York als frisch pensionierter Chef einer der größten Model-Agenturen der Welt. Esch war Gründer des einst kometenhaft aufgestiegenen und dann mit Schulden von umgerechnet rund einer halben Milliarde Euro zusammengebrochenen Mainzer Baumaschinenkonzerns IBH mit weltweit rund 10.000 Beschäftigten.

Am Mittag des 4. November 1983 jagte über die Ticker der internationalen Nachrichtenagenturen die Eilmeldung: "Der drittgrößte Baumaschinenhersteller der Welt, die Mainzer IBH- Holding, ist zahlungsunfähig. Vorstandsvorsitzender Horst-Dieter Esch meldete beim Mainzer Amtsgericht Vergleich an." Im Dezember des gleichen Jahres kam es zum Anschlusskonkurs.

Aus einem kleinen Vermögen ein großes gemacht

Für Esch, der während seines USA-Studiums als Platzanweiser in einem Autokino jobbte und später vom Assistenten zum fantasiereichen und risikofreudigen Unternehmenschef aufstieg, war eine Traumkarriere jäh zu Ende.

Der Sohn eines Maschinenschlossers wurde am 10. August 1943 in Hannover geboren. 1964 ging er nach Amerika, um an der University of Utah zu studieren. Später legte er an der Uni Los Angeles den Master of Business Administration ab.

In den siebziger Jahren konnte Esch als Vorstandsassistent und später als Generaldirektor beim britischen Baumaschinenhändler Blackwood Hodge mit Aktienspekulationen in kurzer Zeit ein kleines Millionenvermögen anhäufen und damit den Grundstein für seine Unternehmertätigkeit legen.

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