Lkw-Maut Off-Board-Unit

Der Geschäftsführer des Mautbetreibers Toll-Collect, Michael Rummel, muss einem Medienbericht zufolge doch seinen Hut nehmen. Er soll Warnungen ignoriert haben, dass die On-Board-Units nicht funktionieren, die zur Mauterfassung in die Lkws eingebaut wurden. Auch der Stuhl von Klaus Mangold wackelt.

Berlin/München - Der Geschäftsführer des Mautbetreibers Toll Collect, Michael Rummel, verliert nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" seinen Posten. Das schreibt das Blatt in seiner Dienstagausgabe unter Berufung auf Kreise des DaimlerChrysler-Konzerns .

Die Entscheidung über Rummels Abberufung sollte am Montagabend fallen. Einen Nachfolger werde es nicht geben. Ein Sprecher des Mautbetreibers Toll Collect wollte sich am Montagabend zu den Personalspekulationen nicht äußern.

Rummel werde unter anderem vorgeworfen, dass er den Einbau der Bordgeräte zur Maut-Abrechnung angeordnet habe, obwohl er internen Vermerken zufolge von der Telekom-Tochter T-Systems schriftlich darauf hingewiesen worden sei, dass sie nicht funktionierten, schreibt die Zeitung. Auch der SPIEGEL hatte berichtet, Rummel drohe die Auflösung seines Vertrags.

Starttermin immer wieder verschoben

Das von Toll Collect entwickelte Projekt sollte ursprünglich Ende August in Betrieb gehen. Inzwischen wurde der Start bereits ins nächste Jahr verschoben.

Starker Mann bei Toll Collect werde jetzt der frühere Mannesmann-Telekommunikationschef Peter Mihatsch, der bereits seit einigen Wochen bei Toll Collect als Berater tätig sei. Er solle Aufsichtsratsvorsitzender der Firma werden, schreibt die Zeitung. Gegenwärtig hat diesen Posten noch Klaus Mangold inne.

"Es gibt keinen Streit im Konsortium"

"Es gibt keinen Streit im Konsortium"

Das Maut-Betreiberkonsortium Toll Collect will sich nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums an diesem Dienstag abermals zu der umstrittenen Offenlegung der Maut-Verträge äußern.

Ein Ministeriumssprecher sagte am Montag in Berlin, während von der Deutschen Telekom  bereits Zustimmung komme, wolle DaimlerChrysler an diesem Dienstag noch einmal Auskunft geben. Ein Sprecher von Toll Collect wies die Darstellung zurück, dass es in dieser Frage eine Auseinandersetzung zwischen den Konsortialpartnern gebe.

"Es gibt keinen Streit im Konsortium", sagte der Sprecher des Unternehmens. Das gelte für personelle ebenso wie für strukturelle Fragen und die Offenlegung der Verträge. Toll Collect sei bereit, den Parlamentariern Einsicht zu gewähren, wolle aber keine Abschriften, Kopien, Fotografien oder eine generelle Veröffentlichung.

Umstrittenes Aufsichtsratmandat von Rummel

Das sei das, was Verkehrsminister Manfred Stolpe gewünscht habe und das, was parlamentarisch üblich ist. Es entspreche auch dem, was der Toll Collect-Aufsichtsratsvorsitzende, Daimler-Vorstand Klaus Mangold angeboten habe.

Rummel war bereits vor einigen Wochen massiv in die Kritik geraten, nachdem bekannt geworden war, dass er neben seiner Tätigkeit für Toll Collect im Aufsichtsrat der Firma OMP saß. Das kleine Paderborner Unternehmen (Jahresumsatz 2001: 2,6 Millionen Euro) hatte einen Auftrag von dem Mauteintreiber erhalten, der die Lieferung von Software für 400.000 Bordcomputer beinhaltete.

Ein Sprecher des Mautkonsortiums hatte nach Bekanntwerden des Sachverhalts zwar beteuert, Rummel habe keinerlei Einfluss auf die Auftragsvergabe an OMP genommen. Dennoch legte dieser sein Mandat mit sofortiger Wirkung nieder.

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