MLP Neue Väter für die Töchter

Der Finanzdienstleister hat aus der Vergangenheit gelernt. Um klare Verantwortlichkeiten zu schaffen, besetzt MLP diverse Vorstandsposten bei Tochtergesellschaften neu. Betroffen sind auch Manfred Lautenschläger und Bernhard Termühlen.

Heidelberg - Der Finanzdienstleister MLP  verschlankt oder erneuert die Führungsspitzen seiner Töchter. Der bisherige Vorsitzende der MLP Lebensversicherung AG, Konzernchef Bernhard Termühlen, wechselt in den Aufsichtsrat der Tochter. Dort übernimmt er den Vorsitz von MLP-Gründer Manfred Lautenschläger, der seinerseits aus dem Gremium ausscheidet. Termühlens Nachfolger wird zum 1. Oktober der Chefmathematiker des MLP-Konzerns, Bernd Neumann.

Bei der MLP Bank AG und der MLP Versicherung AG wurde die Zahl der Vorstandsmitglieder von zwei beziehungsweise drei auf jeweils einen Vorstandsvorsitzenden reduziert. "Wir wollen eine Stärkung der Organisation durch eine klare Zuordnung der Verantwortlichkeiten", erläuterte MLP-Sprecher Michael Pfister. Mit den Ermittlungen wegen des Verdachts des Insiderhandels und der Bilanzmanipulationen und dem gesunkenen MLP-Aktienkurs habe die Neuordnung nichts zu tun.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch immer

Bei der MLP Bank AG übernahm Ewald Wesp - bislang einer von zwei Vorständen - den Vorstandsvorsitz. Vorstandschef der MLP Versicherung AG wurde Manfred Bauer, der die Tochter bislang als Vorstand mit zwei gleichberechtigten Kollegen geleitet hatte.

MLP war im zweiten Quartal 2002 wegen angeblichen Insiderhandels sowie Bilanzmanipulationen unter Druck geraten. Seitdem ermittelt die Mannheimer Staatsanwaltschaft. Die Aktie des Finanzdienstleisters hatte darauf hin 88 Prozent ihres Werts verloren. Im zweiten Quartal dieses Jahres lag das Vorsteuerergebnis bei 11,7 (Vorjahr: 28,6) Millionen Euro. Für das Gesamtjahr werden 65 Millionen Euro erwartet.

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